Südtiroler Landwirt, Förderungen | 06.12.2013

Land erfasst Obstbauflächen neu

Die Neuerhebung der Weinbauflächen ist bereits im Jahr 2012 erfolgt, nun folgt die Neuerhebung der Südtiroler Obstbau- und Grünlandflächen. Rund 7000 Obstbaubetriebe erhalten in den nächsten Tagen ein Schreiben der Landesabteilung Landwirtschaft, mit dem es ihnen erklärt wird, was sie nun tun müssen. von Daniel Schatzer, Amt für Landmaschinen

Im Bild zwei Beispiele für erfasste Obstbauflächen (gelb): Die „effektive Nutzung“ kann von den Daten in der Katastermappe abweichen.

Im Bild zwei Beispiele für erfasste Obstbauflächen (gelb): Die „effektive Nutzung“ kann von den Daten in der Katastermappe abweichen.

In den letzten Monaten hat das Land sämtliche Südtiroler Obstbauflächen anhand der neuesten, offiziell verfügbaren Orthofotos (Luftaufnahmen) aus dem Jahr 2011 neu erhoben.
Diese Neuerhebung ist erforderlich, um die vom Gesetzgeber vorgesehene Verwaltung der Obstbaufläche eines jeden Betriebes auf der Basis von Luftaufnahmen sicher zu stellen. Die Erhebung der Flächen ist nach den Grundsätzen des Bewirtschaftungskatasters erfolgt, nach denen die effektiv bewirtschafteten Flächen dem jeweiligen Betrieb zugeordnet werden.

„Effektive Nutzung“ beachten
Ein Teil dieser bewirtschafteten Flächen kann mit der Bezeichnung „effektive Nutzung“ versehen sein. Hierbei  kann es sich um jene Flächen handeln, die sich aus den Abweichungen zwischen Orthofoto (Luftbild) und Katastermappe ergeben beziehungsweise um bewirtschaftete Flächen außerhalb der Parzellengrenzen.
Die Bezeichnung „effektive Nutzung“ stellt aber keinen Rechtstitelnachweis dar. Die Obstbauern finden einen diesbezüglichen Hinweis auch auf dem LAFIS-Flächenbogen.

Grundlage für Prämienzahlungen
Die neu erhobenen, geometrisch-digital abgegrenzten Obstbauflächen stellen ab 2014 die Grundlage dar für: Prämienauszahlung für die Integrierte Produktion und Verwirrung, Beiträge für Hagelschutzversicherungen, Zuteilung von vergünstigtem landwirtschaftlichem Treibstoff sowie sämtliche andere Beziehungen zwischen Obstbaubetrieb und Landesverwaltung. Zudem erhalten auch die Vermarktungsbetriebe der Obstbaubetriebe – wie Genossenschaften, Erzeugerorganisationen und Versteigerungen – die neuen Datensätze.
Betriebe, die auch über eine sogenannte PEC-Email-Adresse verfügen, erhalten das Schreiben auf diesem Wege. Alle übrigen Betriebsinhaber erhalten ein Einschreiben mit Rückantwort. Rund 60 Prozent der Obstbaubetriebe haben eine PEC-Adresse.

Anlagen des Schreibens
In der Anlage des Schreibens erhalten die Obstbaubetriebe die neuen LAFIS-Flächenbögen ihres Betriebes mit den neuen Datensätzen, die aus der Neuinterpretation der Luftaufnahmen stammen. Ebenso enthalten ist die grafische Abgrenzung der Obstbauflächen auf den Luftaufnahmen, damit die Betriebe die Berechnung ihrer Obstbauflächen nachvollziehen können. Diese Flächen setzen sich aus der ermittelten Nettofläche und einer sie umgebenden Bearbeitungsfläche von maximal 1,5 m Breite zusammen, so wie von den einschlägigen Bestimmungen vorgesehen.
Die Landesabteilung Landwirtschaft ersucht die Betriebe, die übermittelten Daten nach folgender Vorgangsweise auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen:
Kontrolle, ob für jede vom Betrieb bewirtschaftete Obstbaufläche eine Luftaufnahme zugeschickt worden ist.
Kontrolle, ob jeweils die tatsächlich bewirtschaftete Obstbaufläche vollständig auf der Luftaufnahme aufscheint (zur Bestimmung der Obstbaufläche siehe nebenstehenden Infokasten).
Im Falle der Übereinstimmung der übermittelten Daten und Kartenunterlagen mit der Wirklichkeit werden die neuen Daten definitiv von Amts wegen in das Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Betriebe (APIA) übernommen, ohne dass es einer weiteren Unterschrift bzw. eines Termins im zuständigen Amt bedarf. Hinweis: Im Grundbuch und Kataster werden selbstverständlich keine Änderungen vorgenommen.
Stoßen die Betriebsinhaber bei der Überprüfung der neuen Datensätze auf Fehler oder sollten sie noch offene Fragen klären wollen, können sie innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt des Schreibens um einen Termin bei der Abteilung Landwirtschaft ansuchen, bei dem sie mit den zuständigen Technikern die Situation überprüfen können.
Um einen reibungslosen Ablauf der Arbeiten zu gewährleisten, ersucht die Abteilung Landwirtschaft in allen Fällen um Terminvereinbarung mit den zuständigen Dienststellen (siehe dazu: Kontakte in untenstehender
Tabelle).

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Bestimmung der Obstbaufläche

Die Obstbaufläche wird folgendermaßen bestimmt:

  • Als Obstbau bezeichnet man den großflächigen Anbau von Kernobst, Steinobst, Schalenobst (ausgenommen Kastanie), Beerenobst (ausgenommen Erdbeere) und andere Obstdauerkulturen im Freiland in einem regelmäßigen Pflanzabstand auf einer Mindestbetriebsfläche von insgesamt 0,1 ha Obstbau (die einzelne Parzelle kann auch kleiner sein) und einer Pflanzdichte von wenigstens 200 Pflanzen/ha für Kernobst, Steinobst, Schalenobst.
  • Die Obstbaufläche ergibt sich aus der ermittelten Nettofläche und einer sie   umgebenden Bearbeitungsfläche im Ausmaß von maximal 1,5 m, soweit tatsächlich vorhanden.
  • Die Nettofläche entspricht der von Reihe zu Reihe und von Pflanze zu Pflanze in der Reihe effektiv besetzten Baumkronen- oder Bewuchsfläche der Pflanzen.
  • Einzelstehende Obstbäume werden nicht zur Obstfläche hinzugezählt. Als einzeln stehend gilt ein Obstbaum, wenn der Abstand vom Kronenrand des betreffenden Baumes zum Rand der Obstbaufläche mehr als vier Meter beträgt.
  • Als Streuobstwiese bezeichnet man den Anbau von großteils starkwüchsigen, hochstämmigen und großkronigen Obstbäumen meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten oder Sorten in weiträumigen Abständen mit bis zu 200 Pflanzen/ha auf Dauergrünland. Sie gilt als Wiese.
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Obstbau-Umstellung und Vertragsmeldung für Obst- und Weinbaubetriebe

Bezirk Bozen-Unterland:
Abteilung Landwirtschaft: Brennerstraße 6, Bozen (Mo.–Fr., 8.30–12 und 14–17 Uhr),
Außenstelle Neumarkt: Franz-Bonatti-Platz 2/3 (Landhaus Unterland), Neumarkt (Mo.–Fr., 8.30–12 Uhr)
Für beide: Tel. 0471 415101 o. 415102

Bezirk Vinschgau: Bezirksamt für Landwirtschaft Schlanders: Schlandersburgstraße 6, Schlanders, Tel. 0473 736142 o. 736147 (Mo.–Fr., 8.30–12 Uhr)

Bezirk Burggrafenamt: Bezirksamt für Landwirtschaft Meran: Sandplatz 10, Meran, Tel. 0473/252240 o. 252241 (Mo. - Fr., 8.30 - 12 Uhr)

Bezirk Eisacktal: Bezirksamt für Landwirtschaft Brixen: Regensburger Allee 18, Brixen, Tel. 0472 821240 (Mo.–Fr., 8.30–12 Uhr)

Bezirk Pustertal: Bezirksamt für Landwirtschaft Bruneck: Kapuzinerplatz 3 (Michael-Pacher-Haus), Bruneck, Tel. 0474 582240 (Mo.–Fr., 8.30–12 Uhr)