Steuerberatung | 30.09.2013

Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 22 Prozent

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wurde bereits mit Dekret Nr. 98 vom 06. Juli 2011 beschlossen. Sie tritt nun mit 01. Oktober 2013 in Kraft.

Ab diesem Datum muss auf den Rechnungen dann der erhöhte MwSt.-Satz von 22 Prozent verwendet werden.

Nachstehend die wichtigsten Güter und Dienstleistungen, für welche die Mehrwertsteuer ansteigt:

  • Wein, Schaumwein, Sekt, Schnaps
  • Rundholz, Baumstämme
  • Apfelsaft, Fruchtsäfte, Sirupe
  • Wolle
  • Pferde, Esel oder Muli welche nicht für die menschliche Ernährung bestimmt sind
  • Kaninchen für die Zucht
  • Erbrachte Dienstleistungen
  • Verkauf von gebrauchten Maschinen
  • Schotterabbau
  • Verkauf von Baugrund
Dabei ist allerdings auf zahlreiche Sonderfälle wie Akonto- und Saldorechnungen, Gutschriften oder Umsätze an öffentliche Verwaltungen zu achten.


Waren
Art. 6, Abs.1 DPR 633/72
Der Verkaufszeitpunkt von beweglichen Gütern (beni mobili) ist zum Zeitpunkt der Übergabe und der Verkaufszeitpunkt von unbeweglichen Gütern (beni immobili) ist bei Vertragsabschluss. Erfolgt die Rechnungslegung oder Bezahlung vor der Übergabe/Vertragsunterzeichnung, dann gilt die Operation bereits zu diesem Zeitpunkt als getätigt.

Bewegliche Güter - Auslieferung (Lieferschein)
Bis 30.09.2013: 21%
Ab 01.10.2013: 22%

Unbewegliche Güter - Unterzeichnung Vertrag
Bis 30.09.201: 21%
Ab 01.10.2013: 22%

Bestellung einer Ware am 10.09.2013
Anzahlung am 10.09.2013 – 500 Euro: 21%
Lieferung der Ware am 02.10.2013 – Saldo 1000 Euro: 22%

Nachträgliche Fakturierung
Bei der nachträglichen Fakturierung muss der Warentransport von einem Warenbegleitschein oder Lieferschein begleitet sein. Die Rechnung kann dann innerhalb 15. des Folgemonats gestellt werden, wobei Bezug auf die einzelnen Lieferscheine genommen wird.
In diesem Moment ändert sich durch die verzögerte Rechnungslegung jedoch nicht der Zeitpunkt des Verkaufes. Das Datum des Lieferscheines ist ausschlaggebend.

Bewegliche Güter - (Lieferschein)
Bis 30.09.2013: 21%
Ab 01.10.2013: 22%

Dienstleistungen Art. 6, Abs.3 DPR 633/72
Dienstleistungen gelten bei Bezahlung als erbracht.
Erfolgt keine Bezahlung, dann gilt der Zeitpunkt der Erbringung.
In jedem Fall gilt die Dienstleistung bei einer vorzeitigen Rechnungslegung als erbracht.

Bezahlung der Dienstleistung oder vorzeitige Rechnungslegung
Bis 30.09.2013: 21%
Ab 01.10.2013: 22%


Beispiel:
Ein Geometer übergibt am 25.09. ein Projekt seinem Kunden:

  • Bezahlung am 25.09.: 21% (vor 30.09.!)
  • Bezahlung am 02.10.: Rechnung am 02.10. à 22% (weil nach dem 01.10.)
  • Bezahlung: Akonto am 25.09. (21%) und Saldo am 05.10. (22%)
  • Rechnungslegung am 25.09.: Bezahlung am 25.10. (21% Rechnungslegung vor 01.10.)

Gutschriften/Ausgleich (nota di addebito/accredito)
Laut Art. 26 DPR 633/72 können fehlerhafte Rechnungen korrigiert werden. Dabei kann die Steuergrundlage und die MwSt. richtig gestellt werden. (plus und minus)
Diese Rechnungen (auch Gutschriften) ändern aber nicht den Zeitpunkt der Umsatztätigung. Somit muss jener MwSt.-Satz verwendet werden, welcher auch auf der ursprünglichen Rechnung angewandt wurde. Auf Gutschriften, die ab dem 01.10. ausgestellt werden, aber Bezug auf eine Rechnung vor dem 01.10. nehmen, muss der MwSt.-Satz von 21% angewandt werden.

Herauslösen der Mehrwertsteuer bei Tageseinnahmen
Betriebe mit Tagesinkassoregister müssen für die Verkäufe von Güter mit dem ordentlichen MwSt.-Satz ab dem 01.10. den MwSt.-Satz von 22% anwenden und im Tagesinkassoregister die Spalte mit 22% beschriften.

Richtigstellung falscher Rechnungen

In den ersten Tagen können die falsch ausgestellten Rechnungen mit einer „nota di addebito“ laut Art. 26 DPR 633/72 richtiggestellt werden.
Es fallen keine Strafen und Zinsen an, solange die geschuldete MwSt. in der entsprechenden MwSt.-Abrechnung ausgewiesen und bezahlt wird.