Südtiroler Landwirt | 12.09.2013

„Es geht um euch selbst“

Bei den Wahlen geht es nicht um die Kandidaten, sondern um die Bauern selbst, sagte SBB-Direktor Siegfried Rinner beim bäuerlichen Stammtisch in Algund. Die Themen des Bezirks: Bergbauernhöfe, Großraubwild, Besenwuchs und Wasser.

Sie wollen auch die nächsten fünf Jahre politisch mitentscheiden: Die Spitzenvertreter der bäuerlichen Organisationen im Burggrafenamt mit den Kandidaten (stehend v.l.) Christian Gruber und Albert Wurzer.

Sie wollen auch die nächsten fünf Jahre politisch mitentscheiden: Die Spitzenvertreter der bäuerlichen Organisationen im Burggrafenamt mit den Kandidaten (stehend v.l.) Christian Gruber und Albert Wurzer.

Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner nahm sich beim bäuerlichen Stammtisch im St.-Sixtus-Keller der Spezialbierbrauerei Forst kein Blatt vor den Mund: „Ja, das ist eine Wahlveranstaltung. Wir sagen das ganz offen. Denn wir wollen auch hier im Burggrafenamt um jede einzelne Stimme aus werben.“ Dies geschehe nicht aus Eigennutz: „Bei den Landtagwahlen geht es nicht um diese vier Kandidaten, die heute vor euch stehen; auch nicht um den Südtiroler Bauernbund. Es geht um die Zukunft des Bauernstandes: Es geht um euch selbst!“
Niemand könne den Bauernstand so gut vertreten, wie Maria Hochgruber Kuenzer, Josef Noggler, Albert Wurzer und Christian Gruber. „Mit ihnen haben wir das Arbeitsprogramm aller bäuerlichen Organisationen für weitere fünf Jahre unterschrieben.“ Es nütze aber kein Programm, wenn es nicht gelinge, diese vier Kandidaten in den Landtag zu wählen.

Lob aus Österreich
Dass Südtirols Landwirtschaft bisher vieles richtig gemacht hat, bestätigte Gastredner Johannes Abentung, Direktor des Österreichischen Bauernbundes: „Euer Genossenschaftssystem, eure Interessensvertretung, eure Landschaft und eure Auszahlungspreise: Darum beneiden euch viele bei uns. Ihr habt euch das durch Fleiß verdient, aber auch durch gute politische Rahmenbedingungen. Diese gilt es bei jeder Wahl zu verteidigen, und dazu möchte ich euch auch bei dieser Wahl ermuntern.“

Am Rande des bäuerlichen Stammtisches erklärte Bezirksobmann Bernhard Burger dem „Südtiroler Landwirt“ auch die vorrangigen Anliegen aus dem Bezirk: In der Berglandwirtschaft hat das Burggrafenamt besonders steile Höfe. Sie blicken oft mit Existenzängsten in die Zukunft. Die Politik müsse alles tun, damit diese Menschen auch künftig auf diesen Höfen leben und arbeiten können.

Beim Großraubwild ist deutlicher Druck auf Rom und Brüssel auszuüben, um gemeinsam mit dem Trentino mehr Handlungsspielraum zu bekommen, vor allem gegenüber den Problemtieren.

Ein akutes Problem, ja für einige Betriebe richtig bedrohlich ist der Besenwuchs. Die Erforschung und Bekämpfung ist nicht einfach. Umso mehr muss die Politik der Forschung einen Schwerpunkt mit entsprechenden Geldmitteln zugestehen. In Extremfällen sollte man auch an finanzielle Hilfen für einzelne Betriebe denken.

Ein weiterer Punkt ist das Wasser: Im Gewässernutzungsplan ist die Landwirtschaft nach dem Trinkwasser an zweiter Stelle gereiht. Die Realität sieht laut Burger anders aus, und das sei in den nächsten fünf Jahre zu ändern.