Seniorenvereinigung | 29.08.2013

Senioren tragen Anliegen vor

Altern in Würde ist oberstes Prinzip für die bäuerlichen Senioren. Entsprechende politische Maßnahmen für die Zukunft diskutierte der Landesausschuss der Seniorenvereinigung kürzlich mit den vier bäuerlichen Landtagskandidaten.

Der Landesausschuss der Seniorenvereinigung traf sich mit den vier bäuerlichen Landtagskandidaten, um über seniorenspezifische Themen zu diskutieren.

Der Landesausschuss der Seniorenvereinigung traf sich mit den vier bäuerlichen Landtagskandidaten, um über seniorenspezifische Themen zu diskutieren.

Ende Juli haben die vier vom Südtiroler Bauernbund unterstützten Landtagskandidaten – Maria Kuenzer, Christian Gruber, Josef Noggler und Albert Wurzer – ein gemeinsames Arbeitsprogramm unterzeichnet. Dieses beinhaltet auch die wichtigsten Anliegen der bäuerlichen Senioren für die nächsten fünf Jahre. Vor allem sollen folgende seniorenspezifische Themen verfolgt werden: soziale und wirtschaftliche Sicherheit im Alter, Würde des älteren und alten Menschen, Lebensqualität im Alter und würdevolles Altern am Bauernhof, Seniorenbetreuung, Hofübergabe, Seniorenbeiräte sowie Brauchtumspflege und Brauchtumserhaltung.

Generationswechsel am Bauernhof
Einen der zentralen Diskussionspunkte bildete die Hofübergabe. Die Seniorenvereinigung gab zu bedenken, dass die Seite der Hofübergeber häufig zu wenig betrachtet werde: Angesichts der Tatsache, dass die Menschen zusehends älter werden und somit länger in der Lage sind, zu arbeiten, könne die Hofübergabe nicht immer früh erfolgen. Außerdem müssen die Hofübergeber nach erfolgter Hofübergabe mit ihrer Rente, die in der Landwirtschaft nicht hoch ist, ihren Alltag bestreiten.
Die vier Kandidaten bekräftigten, dass bei der Hofübergabe beide Seiten berücksichtigt werden müssen und es wichtig sei, sich mit dem gesamten Prozess immer wieder neu auseinanderzusetzen. Christian Gruber meinte: „Wir müssen zukünftig verstärkt Möglichkeiten schaffen, die ein gesichertes Dasein der Hofübergeber am Hof und gleichzeitig eine zeitgerechte Hofübergabe ermöglichen. Vor allem die Sicherung der Rente spielt hier eine entscheidende Rolle. Zudem müssen weitere Anreize geschaffen werden, damit die Hofübergabe früher erfolgen kann.“

Zusammenleben der Generationen
Den Grundstein für ein würdevolles Altern am Hof bildet das Zusammenleben der verschiedenen Generationen. Maria Kuenzer betonte: „Der wirtschaftliche Erfolg eines Betriebes beruht in erster Linie auf dem harmonischen Zusammenleben der verschiedenen Generationen. Wo Alt und Jung wertschätzend miteinander leben und arbeiten, entwickeln sich die Höfe erfolgreich weiter. Damit dies gelingt, ist es wichtig, rechtzeitig die Voraussetzungen dafür zu schaffen, z. B. durch klare Abmachungen über Arbeits- und Lebensbereiche.“

Lebendige Ortschaften
Für ältere und alte Menschen sei es außerdem wichtig, möglichst lange unabhängig zu leben und selbständig handeln zu können. Josef Noggler bemerkte, dass dies am besten in der gewohnten Umgebung gelinge. Deshalb sei es wichtig, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, wie z. B altersgerechte Wohnverhältnisse am Hof zu ermöglichen und den Hauspflegedienst, das Angebot „Essen auf Rädern“ sowie die Gesundheitsförderung weiter auszubauen. „Nur so kann die Selbständigkeit im Alter so lange wie möglich bewahrt werden. Auch die wesentlichen Infrastrukturen wie Lebensmittelgeschäft und Gasthaus müssen in den peripheren Dörfern erhalten bleiben“, so Noggler.

Seniorenbeiräte in den Gemeinden
Die Seniorenvereinigung bemerkte, dass es in einigen Gemeinden keine Seniorenbeiräte gebe bzw. sich diese nur sehr selten treffen würden. Es ist aber für die Gesellschaft unerlässlich, die Anliegen der Senioren zu erheben und zu berücksichtigen. Albert Wurzer betonte, dass die Rolle der Seniorenbeiräte gestärkt werden müsse: „Gefragt sind neben der Politik aber auch die Senioren selbst: Je stärker die Vertretung dieser Altersgruppe in einer Gemeinde ist, desto eher kann sie sich Gehör verschaffen.“

Pflege und Erhalt der Bräuche
Zustimmung fand bei allen Kandidaten die Forderung der Seniorenvereinigung, die bäuerliche Kultur zu bewahren: „Unsere Traditionen und Bräuche müssen auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens aufrecht erhalten werden. Sie haben unser Land und unsere Menschen geprägt und sind daher für unsere Gesellschaft unerlässlich“, so Landespräsident Gottfried Oberstaller.

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3 Fragen an Josef Noggler

Was sind Ihre dringendsten Anliegen für ältere Menschen?
Vor allem müssen wir den Stellenwert der älteren Menschen in der Gesellschaft stärken. Es gilt, ihre Arbeit auf den Höfen und ehrenamtliche Tätigkeit stärker zu schätzen. Es darf nicht vergessen werden, was diese Menschen alles geleistet haben bzw. leisten.

Was ist im Bereich „Soziale Sicherung“ zu tun?

Die Rente muss gesichert werden. Sie muss dem Betriebsinhaber und den mitarbeiteten Familienmitgliedern ein würdiges Leben und ein gesichertes Einkommen ermöglichen. Die Renten sollen an die steigenden Lebenshaltungskosten angepasst werden. Es ist wichtig, eine Zusatzrente für die Berglandwirtschaft aufzubauen und zu fördern. Weiters soll die Unfallversicherung auf alle auf den Höfen mitarbeitenden Personen ausgedehnt werden.

Die Seniorenvereinigung will den Hofübergeber stärken …

Der Hofübergeber muss ab dem Zeitpunkt der Übergabe mit dem Ersparten und der Bauernrente auskommen. Die Politik muss die Lage des Hofübergebers grundsätzlich überprüfen und sich dafür einzusetzen, dass die Rente für Bauern den Lebenshaltungskosten angepasst wird.

Interview: Karin Alber