Südtiroler Landwirt | 01.08.2013

Tipps zur Autoversicherung

Bei Autoversicherungen schwanken die Angebote unterschiedlicher Agenturen beträchtlich. Aber ist die günstigste Variante auch die beste? Der Experte der Bauernbund-Versicherungsberatung verrät, worauf man beim Abschluss einer Autoversicherung besonders achten sollte.

Für jedes Fahrzeug auf öffentlicher Straße ist eine Versicherung Pflicht. Beim Vertrag sollte man auf einige wichtige Punkte besonders achten.

Für jedes Fahrzeug auf öffentlicher Straße ist eine Versicherung Pflicht. Beim Vertrag sollte man auf einige wichtige Punkte besonders achten.

Seit mehreren Jahren bietet der Südtiroler Bauernbund seinen Mitgliedern im Zuge seiner Versicherungsberatung auch unabhängige Experteninformationen zur Autoversicherung – eigentlich Autohaftpflichtversicherung – an.

Antworten vom Experten
Dort tauchen immer wieder Fragen auf. Für den „Südtiroler Landwirt“ fasst Hubert Mayrl die wichtigsten Antworten zusammen. Mayrl ist Leiter der vom Südtiroler Bauernbund mit der Versicherungsberatung seiner Mitglieder betrauten Agentur Euro-Ass in Klausen.
Viele Fragen gibt es unter anderem zu einer seit 1. Jänner dieses Jahres geltenden Neuerung. Sie betrifft die Jahresfälligkeit. Demnach darf sich kein Autohaftpflichtversicherungsvertrag bei Fälligkeit automatisch verlängern. Alle diesbezüglichen Klauseln in älteren Verträgen sind nichtig. Demnach verfällt der Vertrag bei Jahresfälligkeit und muss nicht mehr gekündigt werden. 30 Tage vor Fälligkeit muss die Versicherungsgesellschaft dem Versicherungsnehmer das Original der Risikobescheinigung zusenden.

Jedes Jahr Angebote einholen
Grundsätzlich rät Mayrl dazu: „Es ist sinnvoll, jedes Jahr Angebote einzuholen, und die beste Betreuung mit dem besten Preis zu wählen!“
Inhaber eines Autohaftpflichtversicherungsvertrages sollten auch folgende Punkte beachten.

Versicherte Mindestsummen
Der Gesetzgeber hat für mit Motor betriebene Fahrzeuge, Auto, Traktor, Lkw, Anhänger, eine Mindestversicherungssumme von sechs Millionen Euro pro Schadensfall eingeführt. Man sollte darauf achten, dass die sechs Millionen Euro also als „unico“ aufscheinen. Das heißt: Auch für Sachschäden sollte ausreichend Deckung bestehen. Mit wenig Aufpreis kann die versicherte Summe bis auf 50 Millionen Euro erhöht werden!

Bonus-Malus bei Autos; Pejus bei Lkw
Die Versicherungsgesellschaften haben bei der Autoversicherung ein System eingeführt, das Unfallverursacher zur Kasse bittet. Es gibt die Klassen von 1 bis 18. 18 ist dabei die schlechteste Klasse. Bei Neuversicherungen wird in der 14. Klasse gestartet. Das entspricht einem Preis von 115 Prozent des Grundpreises. Jedes unfallfreie Versicherungsjahr bewirkt 1 Klasse Bonus, jedes Versicherungsjahr mit Unfällen bewirkt 2 Klassen Malus bis maximal zur 18. Klasse mit einem Aufpreis von 100 Prozent.
Bei Fahrzeugen, die als Lkw angemeldet sind, wird bei Unfällen der Pejus angewandt. Das heißt, bei Unfällen werden Prämienerhöhungen verlangt.

Ausschlüsse
Achtung! Jede Versicherungsgesellschaft sieht in ihren Verträgen Ausschlüsse und/oder Einschränkungen vor: z. B. Fahren mit verfallenem Führerschein, Unfall nach Alkohol- oder Drogenkonsum, fehlender „Collaudo“. Diese Ausschlüsse kann man mit Sonderklauseln entschärfen oder ganz ausschalten. Ohne eingefügte Sonderklauseln hat die Gesellschaft das Rückgriffsrecht und wird dieses gegebenenfalls auch ausüben.

Bonusklassenübernahme
Der Gesetzgeber hat veranlasst, dass die Bonusklasse familienintern weitergegeben werden kann (Eltern an Kinder und umgekehrt).
Bei jedem Autoversicherungsvertrag können Autobesitzer einen neuen Vertrag abschließen, der in jene Klasse aufgenommen wird, in der sich der Vorvertrag befindet. Es lohnt sich immer, sich bei Neuverträgen genau zu informieren: So kann man viel Geld sparen!

Zusatzgarantien
Zusatzgarantien wie Scheibenbruch, Abschleppen, Minikasko oder Vollkasko müssen eigens angefragt werden. Es ist auch sehr sinnvoll, eine Rechtschutzversicherung abzuschließen. Bei Unfällen mit Ausländern können dadurch die Auszahlungszeiten entschieden verkürzt werden. Auch bei schweren Unfällen und/oder Strafanzeigen muss man einen Anwalt einschalten. Diese Kosten übernimmt dann die Rechtschutzversicherung!

Traktoren und Anhänger
Traktoren und Anhänger müssen versichert sein. Auch hier gelten die Mindestversicherungssummen von sechs Millionen Euro pro Schadensfall. Anhänger mit eigenem Fahrzeugschein müssen eine statische Versicherung haben. Auch hier ist die Mindestversicherungssumme mit sechs Millionen Euro festgesetzt.

Achtung in der Landwirtschaft
Bei Schadensfällen während der landwirtschaftlichen Tätigkeit auf privatem Grund gilt die Pflichtversicherung nicht immer. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, eine Hofhaftpflichtversicherung zu haben. Diese Versicherung muss natürlich die Ausdehnung auf Arbeiten mit landwirtschaftlichen Maschinen beinhalten. Nicht zugelassene oder kollaudierte Maschinen dürfen nicht verwendet werden!