Steuerberatung | 11.06.2013

IMU-Aufschub gilt nicht für alle

Italiens Regierung hat die Zahlung der ersten IMU-Rate vorerst auf Eis gelegt. Allerdings nicht für alle Immobilien: In bestimmten Fällen ist eine Akontozahlung der IMU am 17. Juni weiterhin notwendig. von Florian Rauter, Steuerberatung - Südtiroler Bauernbund

Als eine ihrer ersten Maßnahmen hat die neue italienische Regierung einen Zahlungsaufschub der Gemeindeimmobiliensteuer IMU für die am 17. Juni 2013 fällige Rate beschlossen. Der Aufschub gilt allerdings nicht für alle Immobilien.

Wofür im Juni keine IMU zu zahlen ist
Vorerst keine IMU-Zahlung leisten muss man im Juni für die Hauptwohnung samt Nebeneinheiten, die landwirtschaftlichen Gebäude und landwirtschaftlichen Grundstücke. Ebenso gilt der Zahlungsaufschub für die Wohnungen der Wohnbaugenossenschaften und der Wohnbauinstitute.
Im Sommer ist für die betroffenen Immobilien eine Reform der IMU-Regelung vorgesehen. Falls diese Reform nicht umgesetzt werden kann, müssen die geschuldeten Beträge innerhalb 16. September 2013 nachbezahlt werden. Es handelt sich nach derzeitigem Stand also um einen vorläufigen Zahlungsaufschub von drei Monaten.

IMU-Pflicht im Juni
Für die übrigen Immobilieneinheiten wie Zweitwohnungen, leerstehende Wohnungen, Gebäude von Unternehmen und Baugrundstücke muss die Gemeindeimmobiliensteuer IMU vom Eigentümer bzw. vom Inhaber eines Realrechtes (z.B. Fruchtgenussrecht oder Wohnrecht) normal bezahlt werden.

IMU bei Hauptwohnung
Um den Zahlungsaufschub für die Hauptwohnung und Nebeneinheiten zu beanspruchen, muss die restriktive Regelung der IMU herangezogen werden. Als Hauptwohnung gilt nur jene Wohnung, in welcher der Eigentümer und seine Familie den Wohnsitz haben und sich gewohnheitsmäßig darin aufhalten. Die Begünstigung der Hauptwohnung kann pro Familie und pro Gemeinde nur für eine Wohnung beansprucht werden. Für die Nebeneinheiten zur Hauptwohnung kann nur mehr je eine Einheit der Katasterkategorien C/2 (Kellerraum, Magazin), C/6 (Autoabstellplatz) und C/7 (Dachboden) eingestuft werden. Falls zum Beispiel zwei Autoabstellplätze der Kategorie C/6 vorhanden sind, muss für eine Einheit die IMU bezahlt werden. Der Zahlungsaufschub gilt nicht für Hauptwohnungen, die als herrschaftliche Wohnungen der Katasterkategorien A/1, Wohnungen in Palästen, Ansitzen, Schlössern und Burgen der Katasterkategorien A/8 und A/9 eingestuft sind.

IMU und landwirtschaftliche Gebäude
Landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude sind im Berggebiet von der IMU befreit. Für landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude in Südtirol war im letzten Jahr eine Ausnahmeregelung für die Gebäude für Urlaub auf dem Bauernhof, für Wohnungen von landwirtschaftlichen Angestellten, für Büroräume am landwirtschaftlichen Betrieb und für Gebäude der Genossenschaften vorgesehen. Sie wurden im Vorjahr der IMU unterworfen. Diese Gebäude sind nun vom Zahlungsaufschub betroffen und müssen eine eventuelle Zahlung erst im September nachholen.

Gemeinden berechnen IMU und senden Bürgern Zahlungsvordruck zu
In Südtirol berechnen die Gemeinden selbst die Gemeindeimmobiliensteuer und senden den betroffenen Bürgern den Zahlungsvordruck F24 zu. Die Gemeinden haben dabei die kürzlich von der Regierung beschlossenen Befreiungen bereits berücksichtigt und bei der Berechnung der IMU die aktuellen Hebesätze und Freibeträge für das Jahr 2013 angewandt.