Steuerberatung | 11.06.2013

Haftung bei Werkverträgen

Im Kampf gegen die Steuerhinterziehung greift der Gesetzgeber auch bei Werkverträgen zu einschneidenden Methoden: Auftraggeber müssen sich von den beauftragten Unternehmen bestätigen lassen, dass diese steuerlich in Ordnung sind. Und beauftragte Unternehmen haften mit Subunternehmen solidarisch mit.

Der Gesetzgeber hat die solidarische Haftung der Unternehmer und Subunternehmer sowie empfindliche Geldstrafen für Auftraggeber eingeführt, falls im Rahmen von Werkverträgen die Mehrwertsteuer oder Steuereinbehalte von Arbeitnehmern (Lohnsteuer) hinterzogen werden. Somit werden Kontrollen auf Unternehmen weitergewälzt, die eigentlich die Finanzverwaltung wahrnehmen müsste.

Zwei Bereiche betroffen

Im Wesentlichen geht es um zwei unterschiedliche Bereiche:
Vorschriften für den Auftraggeber:
Der Auftraggeber eines Werkvertrages (z.B. für den Bau eines Wirtschaftsgebäudes)muss sich vom beauftragten Unternehmen und – falls vorhanden – von den Subunternehmen bestätigen lassen, dass sie die Mehrwertsteuer und Lohnsteuer für die im Rahmen des Werkes beschäftigten Arbeitnehmer bezahlt haben.
Der Auftraggeber kann die Zahlungen so lange aufschieben, bis diese Bestätigungen bei ihm einlangen. Bezahlt der Auftraggeber ohne entsprechende Bestätigungen, riskiert er eine Geldstrafe von 5000 bis zu 200.000 Euro. Die Strafe wird nur dann angewandt, wenn das Unternehmen oder Subunternehmen tatsächlich Mehrwertsteuer oder Lohnsteuer hinterzieht. Nicht betroffen sind private Auftraggeber.

Solidarische Haftung des Unternehmens mit dem Subunternehmen
Das beauftragte Unternehmen eines Werkvertrages kann – falls im Vertrag vorgesehen – bestimmte Arbeiten an einen oder mehrere Subunternehmen weitergeben. In diesem Falle haftet der Unternehmer gesamtschuldnerisch mit den Subunternehmen für die Mehrwertsteuer und die Lohnsteuer, die diese nicht bezahlen. Das Unternehmen kann diese Mithaftung vermeiden, indem es sich von den Subunternehmen bestätigen lässt, dass sie die beschriebenen Steuerverpflichtungen erfüllt haben. Solange die Subunternehmen die Bestätigungen nicht ausstellen, kann das Unternehmen die Zahlungen an diese aussetzen.

Gilt auch für die Landwirtschaft

Kürzlich wurde geklärt, dass obige Bestimmungen nicht nur die Bauwirtschaft, sondern alle Wirtschaftsbranchen betreffen, also auch die Landwirtschaft. Außerdem wurde einschränkend präzisiert, dass genannte Regeln nur den Unternehmerwerkvertrag aber nicht andere Vertragsformen berühren. Ausgenommen sind somit beispielsweise der einfache Werkvertrag, die Lieferung und die Montage von Gegenständen und der Transportvertrag.

Empfehlung und Vorlagen
Zusammenfassend wird empfohlen, genau auf die vertragliche Gestaltung zu achten, um die beschriebene Haftung beziehungsweise Strafen zu vermeiden.
Vorlagen für die Bestätigungen liegen in den Bauernbund-Bezirksbüros auf.