Bauernbund | 16.12.2012

Kooperation heißt das Schlagwort der Zukunft

Eines wurde auf der Jahresversammlung des Bauernbund-Bezirks Unterland in Kurtatsch klar: Wer in Zukunft erfolgreich sein will, muss mehr noch als bisher auf Kooperationen setzen.

Bezirksobmann Georg Jageregger blickte auf ein im Großen und Ganzen positives Landwirtschaftsjahr. So war der Bezirk von schweren Unwettern verschont geblieben und konnte sowohl bei Äpfeln und Weintrauben als auch im Grünland eine qualitativ gute Ernte einfahren. Lediglich die Erntemengen waren durchwegs geringer als im Vorjahr. Problematisch sind laut Jageregger aber die gestiegenen Kosten, mit denen sich die landwirtschaftlichen Betriebe herumschlagen müssen - besonders die deutlich höheren Energiepreise treffen manche Betriebe hart.

Erfolgreiche Kooperationen

Lobende Worte fand Georg Jageregger für den Verein „Südtiroler Weinstraße“ und seinen Präsidenten Hubert Vescoli. Der Verein sei ein gutes Beispiel dafür, wie positiv sich Kooperationen auswirken. So gehören der „Südtiroler Weinstraße“ 16 Gemeinden, 61 Kellereien, die Bezirksgemeinschaft Überetsch Unterland sowie die Initiative Wein.Kaltern an. „Gemeinsam werden Veranstaltungen organisiert, um den Weinbau und das Südtiroler Unterland als Weinbaugegend bekannter zu machen und zu bewerben. In den letzten Jahren wurden viele Initiativen erfolgreich umgesetzt, wie die Nacht der Keller.“

Premiumqualität ist ein Muss
Ein weiteres gutes Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation ist die Vermarktungseinrichtung „FROM“, die von den Verbänden VOG, Vi.P, Melinda und La Trentina sowie von VOG Products gegründet worden ist, um neue Märkte zu erschließen. In den letzten Jahren hat „FROM“ ausschließlich den russischen Markt bearbeitet und dort eine gewisse Bekannt- und Beliebtheit erlangt. Zukünftig möchte „FROM“ auf dem Wachstumsmarkt Indien stärker präsent sein, erklärte Nicola Zanotelli, Exportleiter von „FROM“. Er appellierte an die anwesenden Obstbauern, beste Qualität zu produzieren, denn nur dann könnten auch entlegene Märkte wie Sibirien mit einwandfreier Premiumware beliefert werden. Alles andere sei unwirtschaftlich.
Auch die neu gegründete Genossenschaft „Bergmilch Südtirol“, die Milch und Milchprodukte der Marke MILA in die Regale bringt, setzt auf Qualität aus Südtirol. Robert Zampieri, Direktor der „Bergmilch Südtirol“, wünscht sich für die Zukunft mehr Kooperation zwischen den einzelnen Milchhöfen. Nur so könne verhindert werden, dass es durch die verschiedenen Auszahlungspreise für Milch zu Spannungen komme. Kooperation als gemeinsame Überlebensstrategie heißt es also für die Milchhöfe, aber auch für die einzelnen Betriebe: So wünscht sich Zampieri ein stärkeres Miteinander der Bauern, egal ob beim Futtermitteleinkauf oder beim Einsatz von Maschinen.
Walter Pardatscher, Präsident der Brennerautobahn A22, berichtete, dass die Arbeiten an der Brücke in Neumarkt im Jahre 2014 beginnen sollen. Er appellierte, Verständnis für eventuelle Behinderungen zu haben. SBB-Landesobmann Leo Tiefenthaler, die Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer und Kurtatschs Bürgermeister Martin Fischer richteten Grußworte an die Versammelten.
 

Fotos: Bezirksobmann Georg Jageregger, Nicola Zanotelli und Robert Zampieri