Bauernbund | 13.12.2012

Noch über 250 Asbest-Sanierungen nötig

Noch immer gibt es in Südtirol Bauten mit Asbestdächern oder asbesthaltigen Materialien. Das ist für die Menschen gefährlich und muss in vielen Fällen saniert werden.

Mindestens ein Drittel der in Südtirol noch existierenden 767 Asbestdächer muss in den nächsten Jahren noch saniert werden. Eine wichtige Informations-Grundlage dafür bildet das von der Landesagentur für Umwelt geführte Asbestregister. Dies teilt der Landesrat für Umwelt Florian Mussner mit.

925 Dächer erfasst
Seit 2009 hat es 925 asbesthaltige Dächer erfasst, 780 davon wurden bereits auf ihre Gefährlichkeit hin kontrolliert. Bei der Erhebung untersuchen Techniker der Umweltagentur und Gemeinden sowie des Sanitätsbetriebes den Zustand der Dächer. Sanierungsbedürftige Dächer werden den jeweiligen Gemeinden mitgeteilt. Diese schreibt im Regelfall eine Sanierung vor. 158 Dächer sind bereits saniert.
Obwohl der Verkauf asbesthaltiger Materialien in Italien bereits 1993 verboten wurde, sind Asbest bzw. asbesthaltige Materialien auch hierzulande noch vielerorts in älteren Gebäuden verbaut. Die Sanierungsarbeiten müssen in den meisten Fällen eigens ermächtigte Firmen vornehmen.

Wo man überall noch Asbest findet
Bereits im Jahre 1993 wurde der Verkauf von asbesthaltigen Materialien in Italien verboten. Dennoch sind Asbest bzw. asbesthaltige Materialien auch hierzulande noch vielerorts in älteren Gebäuden, welche vor 1980 gebaut wurden verbaut. Am auffälligsten sind die typischen Dächer aus Asbestzement in quadratischer oder gewellter Form, sowie Balkone, bei denen Asbestplatten als Sichtschutz angebracht wurden. Aber auch innerhalb von Gebäuden war die Verwendung asbesthaltiger Materialien aufgrund ihrer günstigen bauphysikalischen Eigenschaften sehr verbreitet. Zu nennen sind etwa Isolierungen von Heizungsrohren, Vinyl-Asbest- Fußböden, Abdichtungen von Heizanlagen oder Wärmedämmplatten.

Wann und wie Asbest gefährlich wird
Asbestmaterialien sind bei unterbleibender mechanischer Beanspruchung und unbeschädigter Form ungefährlich. Wird das Material jedoch etwa durch Abnutzung, durch atmosphärische Einflüsse oder falsche Handhabung beschädigt, können Fasern freigesetzt werden. Diese gelangen über die Atemwege in den menschlichen Organismus und gefährden die menschliche Gesundheit. Aus diesem Grunde sollten Asbestmaterialien weder bearbeitet, zersägt, durchbohrt oder in irgendeiner anderen Form beschädigt werden.

Eigens ermächtigte Sanierungsfirmen
Es wird daran erinnert, dass die Sanierungsarbeiten in den meisten Fällen von eigens ermächtigten Firmen durchgeführt werden müssen. Unternehmen der Bereiche Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleistung sowie Tourismus können bis 31. Dezember 2014 um einen Beitrag von bis zu 70 Prozent für die durch den Abbau und die Entsorgung der Asbestmaterialien entstandenen Kosten ansuchen. Informationen dazu erteilt das für den jeweiligen Bereich zuständige Amt.

Förderung für Photovoltaik statt Asbest
Firmen und Privatpersonen, die ein Asbestdach durch ein Photovoltaikdach ersetzen, können einen erhöhten Einspeisetarif für den erzeugten Strom in Anspruch nehmen. 

Foto: Landesumweltagentur 
Lesen Sie mehr: www.provinz.bz.it/umweltagentur/luft/asbestprobleme.asp


LPA-Mitteilung