Bauernbund | 09.12.2012

Bäuerinnen mit Schlüsselrolle

Die neue Förderperiode der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) muss Frauen in ihrer Schlüsselrolle besonders fördern. Geht die Frau, stirbt das Land. Dass es so weit nicht kommt, dafür setzt sich die Südtiroler Bäuerinnenorganisation (SBO) in Brüssel ein.

„Bäuerinnen nehmen eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des ländlichen Raumes ein. Die SBO ist sich dieser Verantwortung bewusst,“ so Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer. Aus diesem Grunde organisierte man eine Diskussionsrunde zum Thema mit EU-Vertretern. Mit dabei waren der EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann, die österreichische EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger, die deutsche EU-Abgeordnete Elisabeth Jeggle sowie die Leiterin der Abteilung für ländliche Entwicklung Josefine Loriz-Hoffmann.
„Das Treffen war ein großer Erfolg“, zeigte sich die Delegation der SBO überzeugt. „Nun gilt es zu Handeln und entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten, damit die Frauen in Zukunft in Entscheidungsprozesse miteinbezogen und in ihrer Schlüsselrolle wahrgenommen werden.“
Diskutiert wurden Themen wie die Sicherung der Arbeitsplätze im ländlichen Raum sowie die Entwicklung innovativer Arbeitsstellen. Als gelungenes Beispiel wurde hier das Modell „Green Care“ diskutiert, welches landwirtschaftlichen Betrieben ermöglicht, durch soziale Maßnahmen wie Kinder- oder Altenbetreuung einen Zuerwerb aufzubauen. „Genau dieses Modell verfolgt auch die Sozialgenossenschaft der SBO „mit Bäuerinnen lernen/wachsen/leben, wir sind also auf den richtigen Weg“, zeigt sich die Präsidentin der Sozialgenossenschaft und Landtagsabgeordnete Maria Kuenzer zuversichtlich.
Ebenfalls diskutiert wurde die Regionalität, welche einen wesentlichen Beitrag zur Förderung und Erhaltung des ländlichen Raumes spiele. Regionalität bedeutet nicht nur Erzeugung, Veredelung und Verkauf vor Ort, sondern vor allem auch Identität für alle am Land lebenden Menschen. „ Konkret“, so die Landesbäuerin, „könnte die definierte Regionalität bei Ausschreibungen im öffentlichen Interesse als Wettbewerbskriterium festgelegt werden“. Hier werde in Zukunft bestimmt die Kennzeichnung „Produkt vom Berg“ eine große Rolle spielen, so Herbert Dorfmann.
Zur Sprache kam auch das Budget der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP): In der neuen Förderperiode müssen die unterschiedlichen geografischen Gegebenheiten der einzelnen Regionen in Europa und die damit einhergehenden ungleichen Wettbewerbsvorteile bei der Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen berücksichtig werden. Die Differenzen müssen bei der Verteilung der Gelder beachtet werden, so die Forderung der SBO.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Frauen am Land in Entscheidungen zukünftig stärker miteinbezogen werden müssen. „ Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation setzt sich dafür ein, dass Frauen am Land nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch in ihrer Schlüsselrolle wahrgenommen werden “, so die Landesbäuerin.


Bildtext: Landessekretärin Verena Niederkofler, Landesbäuerin-Stellvertreterin Helga Fischnaller, EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger, Abteilungsleiterin Josefine Loriz- Hoffmann, EU-Abgeordnete Elisabeth Jeggle, EU Abgeordneter Herbert Dorfmann, Landtagsabgeordnete Maria Kuenzer und Landesbäuerin-Stellvertreterin Maria Egger