Bauernbund | 22.10.2012

UaB-Fachtagung - ein voller Erfolg

Urlaub auf dem Bauernhof bleibt eine Erfolgsgeschichte. Das zeigen die mittlerweile über zwei Millionen Nächtigungen. Dennoch gibt es Verbesserungspotential: Bei der Präsentation der Höfe in Katalogen, im Internet oder auch bei den hofeigenen Produkten. Das wurde auf der 12. Fachtagung für Urlaub auf dem Bauernhof klar.

Über zwei Millionen Nächtigungen und mehr als 300.000 Ankünfte, das sind die beeindruckenden Zahlen von Urlaub auf dem Bauernhof in Südtirol. Die Nächtigungen sind in den letzten 12 Jahren um über 150 Prozent gestiegen. Damit ist das Potential für Urlaub auf dem Bauernhof aber noch lange nicht erschöpft. Darin sind sich Südtiroler Bauernbund und Landesrat Hans Berger einig. Allerdings wachsen damit auch die Herausforderungen, gab Landesrat Hans Berger anlässlich der Tagung vor voll gefüllten Sälen zu bedenken: „Wir müssen noch internationaler werden. Es ist zu wenig, sich auf den deutschen und italienischen Markt zu konzentrieren. Wir müssen neue Märkte bearbeiten. Das setzt aber auch voraus, dass neben deutsch und italienisch am Hof auch englisch gesprochen wird.“

Mehr auf Bildsprache achten
Die Gäste suchen bei Urlaub auf dem Bauernhof in Südtirol vor allem Authentizität, Natürlichkeit, hofeigene Produkte, Gastfreundschaft und Emotionen. All das finden sie hier auch. Nachholbedarf sieht Helene Karmasin von Karmasin.Motivforschung aus Wien allerdings in deren Kommunikation. Vor allem, wenn es um die Präsentation der Höfe, der Gastgeberfamilien, der Wohnungen oder der kulinarischen Spezialitäten geht, die den Gast bei Urlaub auf dem Bauernhof in Südtirol erwarten. Die Aufnahmen, die auf Homepages und in Katalogen gezeigt werden, sind all zu oft wenig aussagekräftig, schwach oder einfach schlecht. „Bilder müssen Emotionen, Sehnsüchte und Begehrlichkeiten wecken. Das ist bei vielen Bildern im Urlaub auf dem Bauernhof nicht der Fall“, so Karmasin. Vor allem sei die Inszenierung zu verbessern. „Die Welt des Bauernhofes kommt in den meisten Fällen zu wenig zur Geltung. Auch Natur und Landschaft, in die der Hof eingebettet ist.“ Ein weiterer Schwachpunkt sei die Präsentation der kulinarischen Spezialitäten und der hofeigenen Produkte. „Die UaB-Betreiber müssen die hofeigenen Produkte besser spielen“, forderte Karmasin.
Aber nicht nur im Internet oder in Katalogen müssen hofeigene Produkte besser inszeniert werden, sondern auch am Hof selbst – in Hofläden oder in Produktecken. Michael Schruef von myproduct.at erklärte:„Die Bäuerinnen und Bauern müssen über das Produkt erzählen können, wie es hergestellt wird und wie es schmeckt. Es müssen Bilder in der Köpfen der Gäste erzeugt werden!“ Wichtig sei auch, Produktverkostungen anzubieten, damit Gäste mit den Produkten in Berührung kommen. Denn bei der Entscheidung über den Urlaubsort spielen hofeigene Produkte eine immer größere Rolle.

Vorstellung zweier UaB-Betriebe
Mit beeindruckenden Filmaufnahmen wurden zwei Urlaub auf dem Bauernhof Betriebe vorgestellt: Das Oberhausgut von Birgit und Peter Gamper in St. Gertraud im Ultental und der Neuhauserhof von Margit und Anton Nischler in Gratsch/Meran. Der Bauer Anton Nischler fasste seine ersten Erfahrungen so zusammen: „Wir haben erst eine Saison mit Urlaub auf dem Bauernhof hinter uns. Es war schon eine Umstellung für die Familie und auch für unser Arbeiten in der Landwirtschaft. Aber immer wenn man mit Menschen arbeitet, überwiegt das Positive.“

Abenteuer Christsein
Krönender Abschluss der Veranstaltung waren die fünf Schritte, die Schwester Teresa Zukic den vielen Bäuerinnen und weniger Bauern im Saal mit auf den Heimweg gab: Zu einem erfüllten und glücklichen Leben braucht es nicht viel. Sie empfahl, sich selbst lieb zu haben, die Bibel zu leben anstatt sie zu lesen, Gott täglich mindestens fünf Minuten zu loben um mit ihm befreundet zu bleiben, eigene Gewohnheiten zu durchbrechen sowie uns und unseren Nächsten zu vergeben.


Fotos: Messe Bozen
Bildtext: Helene Karmasin von Karmasin Motivforschung aus Wien und Landesrat Hans Berger