Bauernbund | 25.09.2012

Regiokorn: Erste Ernte erreicht 308 Tonnen

40 Landwirte aus dem Pustertal, dem Eisacktal und dem Vinschgau bauen auf 71 ha Roggen und Dinkel an. Das entspricht rund einem Drittel der gesamten Südtiroler Getreideanbaufläche.

Dr. Simone Seling, Projektmitarbeiterin am Versuchszentrum Laimburg, hat in Dietenheim Zahlen der ersten Regiokorn-Ernte sowie Ergebnisse der Prüfung von Roggen- und Dinkelsorten für das Projekt präsentiert. Ihr Fazit: Der Getreideanbau im Rahmen des Regiokorn-Projekts rechnet sich.

268 Tonnen Roggen und 40 Tonnen Dinkel haben die 40 am Projekt Regiokorn beteiligten Landwirte mit Unterstützung der Pustertaler Saatbaugenossenschaft und des Südtiroler Maschinenrings geerntet. Dieses Getreide wird von der Meraner Mühle gemahlen und von 44 Bäckern zu Südtiroler Brotspezialitäten verarbeitet. 46 Tonnen des geernteten Getreides haben jedoch wegen ungünstiger Witterung die Qualitätsanforderungen nicht erfüllt.

Sortenprüfung und Produktionskosten: Anbau rechnet sich
Neben der Beratung der Bauern in allen praktischen Fragen von der Sortenwahl über den Anbau bis zur Ernte hat das Team um Projektleiter Dr. Giovanni Peratoner 15 Roggensorten und 6 Dinkelsorten im Anbau im Pustertal getestet. „Die Ergebnisse dieser Untersuchungen bilden die Grundlage für die lokal bezogene Sortenempfehlung“, erläutert Dr. Simone Seling die Ergebnisse der Sortenprüfung.
Der Getreideanbau im Projekt Regiokorn rechne sich, wie Simone Seling weiter ausführt: „Die Studie zu den Produktionskosten im Regiokorn-Projekt zeigt, dass sich die Anbaukosten auf höchstens ein Drittel der Einnahmen belaufen.“

Regiokorn auf 10. Südtiroler Brot- und Strudelmarkt vertreten
Das Projekt Regiokorn wird beim „historischen Parcour“ am 10. Südtiroler Brot- und Strudelmarkt in Brixen vom 28. bis 30. September 2012 vertreten sein, wo auch Brotspezialitäten aus Regiokorn-Getreide präsentiert werden. Außerdem ist das Projekt Teil der TIS-Expo „Let’s network“, die im Rahmen des Innovation Festival Bozen vom 27. bis 29. September auf dem Waltherplatz stattfinden wird.

Das Projekt Regiokorn
Ziel des Projekts Regiokorn ist es, den Getreideanbau in Südtirol wiederzubeleben. Das lokal angebaute Getreide wird in der Meraner Mühle verarbeitet und an Südtiroler Bäcker verkauft, die das Mehl zu Südtiroler Brotspezialitäten verarbeiten. Das TIS koordiniert das Gesamtprojekt, hat Anbauer mit Mühle und Bäckern zusammengebracht sowie den Abschluss der Abnahme- und Preisvereinbarungen vorbereitet. Der Südtiroler Bauernbund
hat die Bauern für den Getreideanbau gewonnen und betreut diese, während das Versuchszentrum Laimburg die Bauern in allen Fragen vom Anbau bis zur Ernte berät.