Bauernbund | 17.09.2012

Flächensicherung endlich auf politischer Agenda

Dem wilden Zementieren hat Ministerpräsident Mario Monti den Kampf angesagt. Und auch die Landesregierung hat angekündigt, die Sanierung bestehender Bausubstanz zu fördern und damit landwirtschaftlichen Kulturgrund zu schützen. Zustimmung für diese Vorschläge kommt vom Südtiroler Bauernbund.

Erst kürzlich hat der Südtiroler Bauernbund im Rahmen einer Pressekonferenz auf den „Flächenfraß“ in Südtirol hingewiesen und kritisiert, dass täglich die Fläche eines Fußballfeldes verbaut wird. Nun will die Landesregierung endlich Taten setzen und arbeitet an einem Kubaturbonus und an einer neuen Landesförderung, die das Sanieren von alter Bausubstanz interessant machen sollen. „Wer bestehende Kubatur saniert, trägt nicht nur zur Belebung der Dorf- und Stadtkerne bei, sondern hilft auch, wertvollen Kulturgrund zu sparen. Denn so werden weniger Wohnbauzonen benötigt“, freut sich Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler.
Tiefenthaler hofft, dass zukünftig auch die Sanierung wertvoller bäuerlicher Bausubstanz stärker gefördert wird. „Jeder will, dass schöne alte Bauernhöfe erhalten bleiben. Wenn es aber um eine Unterstützung dieser oft sehr teuren Sanierungen geht, sind konkrete Vorschläge bisher ausgeblieben“, sagt Tiefenthaler.
Nicht nur in Südtirol, sondern auch im restlichen Staatsgebiet ist der Schutz landwirtschaftlicher Flächen auf der politischen Agenda. So plant Ministerpräsident Mario Monti, landwirtschaftliche Flächen besser vor einer Verbauung zu schützen und die Umwandlung von Grün in Wohn- und Gewerbezonen zu erschweren. „Solche Maßnahmen sind dringend nötig, denn die italienische Lebensmittelproduktion ist stark zurückgegangen und das Land ist immer mehr von Importen abhängig. Geht die Verbauung weiter, kann die Versorgungssicherheit irgendwann nicht mehr garantiert werden“, ist Tiefenthaler überzeugt.

Bildtext: Der Südtiroler Bauernbund hofft, dass Baukräne zukünftig vor allem in den Orts- und Stadtzentren stehen und nicht mehr so oft auf der grünen Wiese.