Bauernbund | 12.07.2012

Landesbäuerinnen unter sich

Zum Ersten Mal in der Geschichte der SBO haben sich die Landesbäuerinnen zu einem gemütlichen Nachmittag getroffen. Geredet und gelacht wurde viel, über Vergangenes, Aktuelles und Zukünftiges.

„Na, des worn Zeitn domols“, erinnert sich die erste Landesbäuerin Südtirols, Maria Leiner, zurück. „Die größte Herausforderung bestand darin, den Bäuerinnen Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen zu geben und ihren Wert der Gesellschaft sichtbar zu machen“, so die Marlingerin, die Landesbäuerin von 1981 bis 1995 war. Viele Anekdoten und Geschichten wurden unter dem Nussbaum beim Bracherhof ausgetauscht, dem Bauernhof der jetzigen Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer. Sie war es, die zu dieser Runde geladen hatte, denn es ist der Landesbäuerin ein Anliegen, den Austausch zwischen den ehemaligen und aktiven Funktionärinnen zu stärken.
Erzählstoff hatten die Landesbäuerinnen mehr als genug. Jede Periode war besonders, mit besonderen Herausforderungen und besonderen Momenten. So war es Hauptaufgabe vor allem der ersten Landesbäuerin, die Organisation mit ihren Ortsgruppen aufzubauen, Abläufe festzulegen und für die Mitglieder Aus- und Weiterbildungen anzubieten. Für ihre Nachfolgerin, Gretl Schweigkofler, Landesbäuerin von 1995 bis 2003 ging nach der Aufbauphase darum, sich an neue Themen heranzuwagen und gemeinsam mit den Bäuerinnen neue Wege zu finden: „ Ein wichtiges Thema war der Generationenkonflikt und dessen Beratung hin zu einer Lösung. Weitere große Themen, die wir aufgegriffen haben, waren die Direktvermarktung, die Bauernmärkte oder der Urlaub auf dem Bauernhof“, so Gretl Schweigkofler. Fast ein viertel Jahrhundert alt war die Organisation, als Maria Kuenzer Landesbäuerin wurde. „Ein wichtiges Thema war daher der Generationenwechsel, der innerhalb in der Organisation erfolgte. Junge Bäuerin, neue Wege – ein Produkt, das aus dieser Philosophie entstanden ist, ist das Dienstleistungsportal: Bäuerinnen können - individuell nach ihren Stärken- sich als Referentin, Tagesmutter, Produktbotschafterin, Bauerhofschulbetreiberin oder „Brotzeit-Bäuerin“ einen Nebenerwerb aufbauen. Seit 2011 steht der Organisation nun die Vilpianerin Hiltraud Erschbamer vor. Ihr ist es vor allem ein Anliegen, den ländlichen Raum, in dem die bäuerliche Familie lebt, weiterhin in seiner Vielfalt und seinem Wertschöpfungspotential zu nutzen und auszubauen. „Der ländliche Raum ist Lebens- und Arbeitsraum für unsere Familien, diesen gilt es, dahingehend zu entwickeln, dass er den Bedürfnissen der Familien gerecht wird und ihnen so Zukunftsperspektiven ermöglicht.“ Der Nachmittag, der gemeinsam mit LB-SV Maria Egger und LS Verena Niederkofler bis tief in den Abend gefeiert wurde, war einzigartig. So einzigartig, dass man beschloss, den Austausch in Zukunft zu noch mehr zu stärken.


Im Bild:
Rechts: die erste Landesbäuerin Maria Leiner (hinten) mit der zweiten Landesbäuerin Gretl Schweigkofler
Links: die dritte Landesbäuerin Maria Kuenzer (vorne) mit der jetzigen Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer