Bauernbund | 28.05.2012

„Mehrwert Tirol“ rückt in den Mittelpunkt

Enger wollen zukünftig die Bauernbünde von Südtirol sowie Nord- und Osttirol zusammenarbeiten. Geplant sind gemeinsame länderübergreifende Projekte, Aktionen und Kampagnen. Das haben der Südtiroler Landesbauernrat und die Tiroler Bundesvorstehung gestern in Lienz (Osttirol) beschlossen.

Verschiedene Länder, gleiche Anliegen: Zwar arbeiten Südtirol sowie Nord- und Osttirol in vielen Bereichen wie z. B. der europäischen Agrarpolitik, bereits seit Jahren eng zusammen, in Zukunft soll die Kooperation aber auch auf andere Bereiche ausgedehnt werden. „Wir haben gesehen, dass jeder von uns tolle Projekte und Aktionen durchführt, diese aber untereinander wenig koordiniert sind. Das wollen wir ändern und uns untereinander stärker vernetzen, um verschiedene Kampagnen gemeinsam durchzuführen“, erklärten gestern die Bauernbund-Obmänner Toni Steixner und Leo Tiefenthaler. So wird an eine gemeinsame Imagekampagne nach dem Muster der Tiroler Kampagne „Was wäre Tirol ohne Bauern“ gedacht. Auch ein länderübergreifender gemeinsamer Tag der offenen Tür am Bauernhof, wie der „Bauernhof-Sonntag“ vom vergangenen Wochenende, könnte interessant sein – oder etwa der Aufbau eines gemeinsamen Expertennetzwerks. „Wir wollen einen Mehrwert Tirol schaffen, von dem beide Länder profitieren“, so SBB-Direktor Siegfried Rinner, der sich auch eine länderübergreifende „Woche der Landwirtschaft“ vorstellen kann.

Junglandwirte unterstützen
Ein gemeinsames Anliegen ist die Unterstützung der Junglandwirte. Ein entsprechendes Konzept hat der Südtiroler Bauernjugend-Obmann Hannes Dosser seinen Nord- und Osttiroler Kollegen vorgestellt. „Um junge Menschen auf den Höfen zu halten, müssen dringend notwendige Infrastrukturen wie Internetverbindungen und eine gesicherte Nahversorgung garantiert werden.“ Für denkmalgeschützte Gebäude müssten die Einschränkungen gelockert werden, damit eine angemessene Wohnqualität garantiert werden kann. „Zudem brauchen wir Maßnahmen, die eine frühere Hofübergabe erleichtern.“ Zwei weitere Wünsche der Südtiroler Bauernjugend: Lokalen Produkten in öffentlichen Strukturen den Vorzug geben und Bürokratie abbauen.