Bauernbund | 03.04.2012

Helfer betreuen und begleiten

Auf ein arbeitsintensives Jahr blickten die Trägerorganisationen des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze (VFA) am heutigen Mittwochvormittag bei seiner Vollversammlung: 1609 Freiwillige waren auf 300 Höfen insgesamt 16.488 Tage im Einsatz.

VFA-Obmann Georg Mayr fasste die Tätigkeit des Vereins im Jahr 2011 zunächst in Zahlen zusammen. Während die Zahl der Helfer und der Einsatztage im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückging, stieg jene der Gesuchsteller – also jener Bauern, die um Unterstützung anfragten – auf den neuen Rekordwert von 300 an. „Es gäbe sicherlich noch mehr Bauern, die um Hilfe ansuchen könnten und die eine Unterstützung nötig hätten. Wir hoffen, dass auch sie früher oder später den Weg zu uns finden“, betonte Mayr bei der Versammlung.

Großteil der Helfer kommt aus Deutschland
Der überwiegende Teil der Helfer kam mit einem Anteil von 69,1 Prozent auch im Jahr 2011 aus Deutschland. Der Anteil der Südtiroler liegt bei 19,1 Prozent, jener der Italiener bei 5,5 Prozent. Immer wieder gibt es auch wahre Exoten unter den Helfern. So staunte ein Bauer im vergangenen Sommer nicht schlecht, als eine Gruppe von fünf jungen Männern aus Nigeria und dem Niger zusammen mit einer Betreuerin der Caritas ihm einen Tag bei der Arbeit zur Hand ging. Bei den Altersgruppen haben die 41–50-Jährigen die Nase vorn, bei einem Vergleich der Geschlechter liegen Männer und Frauen nahezu gleichauf. Eingesetzt werden die Helfer nicht nur bei der Heuernte, sondern auch für die Betreuung von Kinder, alten oder behinderten Menschen sowie für die Mithilfe im Haushalt oder bei Bau- und Renovierungsarbeiten.
Würde man versuchen, die Leistung der Freiwilligen Helfer in einem wirtschaftlichen Wert auszudrücken, käme man auf eine stolze Summe von knapp 1,2 Millionen Euro – und das bei einem Vereinsbudget von rund 170.000 Euro. Finanziert wird der Verein hauptsächlich von den Trägerorganisationen – Südtiroler Bauernbund, Caritas, Lebenshilfe und Jugendring – und von der öffentlichen Hand.
Nachdem die Zahl der freiwilligen Helfer in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen ist, hat sich die Zahl nun bei rund 1600 eingependelt. Für das Jahr 2012 kann zum derzeitigen Stand wieder ein merklicher Anstieg der freiwilligen Helfer verzeichnet werden. Das Hauptaugenmerk soll in Zukunft auf der Betreuung der Helfer vor und während bzw. sowie nach dem Einsatz liegen. „Das Bewusstsein, geschätzt zu werden und den Rückhalt des Vereins zu spüren hat zur Folge, dass sich die Helfer – zusätzlich zur Bindung an die Bauernfamilie – mit dem Verein und dessen Zielen stärker identifizieren. Unsere Arbeit soll sich daher nicht nur auf die reine Vermittlung von Helfern und Bauern beschränken, sondern auch die intensive Betreuung beider Seiten beinhalten“, erklärt die VFA-Koordinatorin Monika Thaler. Gemeinsam mit zwei Mitarbeiterinnen und einer auf Abruf verfügbaren Aushilfskraft war sie auch im vergangenen Jahr für den reibungslosen Ablauf der Einsätze verantwortlich. Konkret haben die Mitarbeiterinnen sich im Laufe des Jahres bei 268 Besuchen auf den Höfen ein Bild davon gemacht, was die Helfer dort erwartet und wie es ihnen bei ihrer Arbeit geht.

Neuer Film als zusätzliche Werbung
Vorgestellt wurde bei der Vollversammlung auch ein neuer Film über den Verein Freiwillige Arbeitseinsätze. Die Dokumentation „Helfen am Berg“ wurde vom Villnösser Filmemacher Peter Obexer und der Meraner Journalistin Anita Rossi im Auftrag des RAI Sender Bozen produziert und wird dort auch demnächst ausgestrahlt. „Wir wollen mit diesem Film die Bindung aufzeigen, die zwischen Helfern und Bauernfamilien entsteht, durch das gemeinsame Arbeiten und durch den gemeinsamen Alltag am Hof und auf dem Feld. Außerdem möchten wir mithelfen, dass der Verein auch in Südtirol selbst bekannter wird und die Zahl der Helfer aus unserem Land steigt“, erklärte RAI-Koordinator Markus Perwanger bei der Versammlung.


Bildtext: Blickten bei der Versammlung auf ein arbeitsintensives Jahr für den VFA zurück: (v.l.) Bauernbund-Obmannstellvertreter Viktor Peintner, Obmann des VFA Georg Mayr und Koordinatorin Monika Thaler.


www.bergbauernhilfe.it