Bauernbund | 19.12.2011

Maßnahmen für den Ländlichen Raum verabschiedet

Maßnahmen zur Stärkung des Ländlichen Raumes und die zukünftige Garantiegenossenschaft standen auf der Tagesordnung der letzten Landesbauernratssitzung.

Gleich zu Beginn der Sitzung wurde an das kürzlich verstorbene Landesbauernratsmitglied Franz Veit gedacht. Landesobmann Leo Tiefenthaler lobte Franz Veit als engagierten Fürsprecher der Südtiroler Gärtner und erinnerte an seinen Humor und seine zuvorkommende Art. „Wir werden unseren Franz vermissen.“

Resolution für den Ländlichen Raum

Um den Ländlichen Raum attraktiv zu halten, hat der Landesbauernrat ein Paket mit sektoren- und institutionenübergreifenden Maßnahmen verabschiedet. Dieses beinhaltet u. a. die Unterstützung von Projekten für alternative Produktionszweige (Obst-, Beeren-, Gemüse- und Getreideanbau). Stärker als bisher soll auch die Vermarktung lokaler Produkte gefördert werden. Großes Potential sieht der SBB in den erneuerbaren Energien. „Sie ermöglichen Beschäftigung und Wertschöpfung vor Ort – vor allem durch Biomassezentren“, war Landesobmann Leo Tiefenthaler überzeugt. Um in strukturschwachen Gebieten neue Arbeitsplätze zu schaffen, sollten Betriebe dort eine höhere Wirtschaftsförderung und Steuererleichterungen erhalten sowie geringere Sozialabgaben zahlen müssen. „Gründerzentren könnten die Betriebsansiedelung begleiten und gleichzeitig bereits bestehende Betriebe beraten“, schlug Rinner vor. Angedacht werden müssten aber auch Gemeinden übergreifende Konzepte. „Gemeinden im Einzugsgebiet touristischer Hochburgen könnten von einer verstärkte Zusammenarbeit profitieren – z. B. durch naturnahe Angebote in den schwächeren Gemeinden“, erklärte Tiefenthaler. Eine verbesserte Wohbauförderung sowie geringere Erschließungsgebühren und Baukostenabgaben könnten vor allem junge Familien bewegen, sich niederzulassen. Gleiches gilt für die Sicherung der lokalen Schulstandorte.
Ein absolutes Muss sind schnelle Internetverbindungen, eine funktionierende Nahversorgung und gute öffentliche Dienste wie Post, Strom und Telefon.

Bald Garantiegenossenschaft für die Landwirtschaft
Auch die Landwirtschaft wird schon bald eine Garantiegenossenschaft erhalten. „Wir fassen eine Zusammenarbeit mit der Garantiegenossenschaft der Coldiretti „Creditagri“ ins Auge“, bestätigte Leo Tiefenthaler. Diese wird in Zukunft eine Finanzierungs- und Kreditberatung sowie eine Betriebsberatung anbieten und – bei Investitionsvorhaben - mögliche Garantieleistung prüfen und eventuell abwickeln. Ziel ist es, für Bäuerinnen und Bauern günstige Kreditkonditionen auszuhandeln, durch Garantien die Kreditwürdigkeit zu erhöhen und damit die Kosten zu senken. „Voraussetzung für die Garantieleistung ist aber immer ein schlüssiges und betriebswirtschaftlich sinnvolles Konzept“, so Tiefenthaler.