Bauernbund | 03.10.2011

Diskussion / Urlaub auf dem Bauernhof

„Nachdem derzeit eine heftige Debatte über die künftige Ausrichtung der Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Betriebe und Buschenschänke geführt wird, sind wir durchaus zu Kompromissen bereit. Nicht jedoch allein auf Kosten der Landwirtschaft“, so die beiden bäuerlichen Abgeordneten Rosa Zelger Thaler und Maria Hochgruber Kuenzer.

„Zwar sind wir von der Richtigkeit dieser Bestimmung nach wie vor überzeugt. Doch wir sind damit einverstanden, wenn Buschenschänke auch künftig nur an 180 Tagen im Jahr offen halten dürfen und nicht wie ursprünglich angedacht das ganze Jahr über Gäste bewirten können“, so Zelger Thaler und Hochgruber Kuenzer. Keine Verhandlungsbereitschaft signalisieren die beiden bäuerlichen Abgeordneten jedoch bei der Forderung nach Aufstockung der Zimmeranzahl, bzw. der Anzahl der Wohnungen auf Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Betrieben.

„Die Beherbergung von Gästen auf unseren Bauernhöfen hat sich in den letzten Jahren zu einem dringend benötigten finanziellen Zuerwerb für die Landwirtschaft erwiesen. Ohne die Möglichkeit, Zimmer oder Wohnungen an Feriengäste zu vermieten, hätten viele Bäuerinnen und Bauern schon längst die landwirtschaftliche Arbeit an den Nagel hängen müssen. Die Änderungen im Landwirtschaftsomnibus sind deshalb dringend notwendige Maßnahmen“. Diese sehen vor, dass die Anzahl der Wohnungen auf UaB-Betrieben auf fünf Einheiten erhöht werden können. Außerdem könnten künftig nicht mehr nur sechs, sondern acht Zimmer an Gäste vermietet werden. „Diese Regelung soll natürlich nicht nur für Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Betriebe gelten, sondern auch für Privatzimmervermieter, denen dieselben Möglichkeiten eingeräumt werden“, so Zelger Thaler und Hochgruber Kuenzer.

Sie erinnern daran, dass die Möglichkeit der Zimmer-, bzw. Wohnungsvermietung auf Bauernhöfen in Südtirol sowieso schon sehr restriktiv gehandhabt werde. „Den Bauernhöfen der übrigen italienischen Regionen stehen viel großzügigere Beherbergungsmöglichkeiten zur Verfügung. Und dies, obwohl die Landwirtschaft lange nicht so kleinstrukturiert ist, wie hier in Südtirol“. Dies habe zur Folge, dass mehr als 70 Prozent der Südtiroler Bäuerinnen und Bauern einem Nebenerwerb nachgehen müssen, um den Hof überhaupt erhalten zu können. „Aus unserer Sicht ist allemal besser, wenn der Zuerwerb am Hof selbst erwirtschaftet werden kann, als dass sich Bäuerinnen und Bauern außerhalb der Landwirtschaft eine Arbeit suchen müssen“, so die beiden bäuerlichen Abgeordneten abschließend.


Abg. Maria Hochgruber Kuenzer und Rosa Zelger Thaler