Bauernbund | 18.09.2011

„Haben mit Guidi verlässlichen Ansprechpartner in Rom“

Ob beim Abfallsystem SISTRI, bei den Rentenbeiträgen und den Wertgutscheinen „Voucher“ oder bei der Arbeitssicherheit: Der neue Präsident des nationalen Bauernverbandes Confagricoltura Mario Guidi hat dem Südtiroler Bauernbund und der Confagricoltura Trient bei der Umsetzung der Vorschläge seine Unterstützung zugesichert.

Einer Meinung sind sich Südtiroler Bauernbund und Confagricoltura beim Abfallsystem SISTRI. „Bei SISTRI hatte der Gesetzgeber große Betriebe im Auge und nicht bäuerliche Kleinbetriebe. Die aktuelle Regelung trifft aber auch diese, weshalb wir eine Befreiung für die landwirtschaftlichen Betriebe fordern. Denn bisher hat die Entsorgung des Abfalls in der Landwirtschaft, anders als in anderen Bereichen, gut funktioniert“, so Guidi. SISTRI sei nicht nur mit zusätzlichen Ausgaben, sondern vor allem mit viel unnützer Bürokratie verbunden und müsse deshalb verhindert werden.
Einigkeit herrschte auch beim Thema Arbeitssicherheit. „Die Arbeit in der Landwirtschaft wird nicht sicherer, indem selbst Saisonarbeitskräfte im Obstbau Arbeitssicherheitskurse besuchen müssen, obwohl sie nur ein paar Wochen im Land sind. Und auch die neuen Auflagen für landwirtschaftliche Arbeitgeber sind nicht akzeptabel. Der Südtiroler Bauernbund fordert deshalb, dass Initiativen gesetzt werden, die die Arbeitssicherheit wirklich erhöhen und die Betriebe nicht weiter belasten“, so Tiefenthaler. Guidi bezeichnete den Bereich Arbeitssicherheit selbst als „offene Baustelle“, die dringend angegangen werden müsse und lud den Südtiroler Bauernbund zur Zusammenarbeit ein. „Ich denke, wir brauchen einen eigenen Arbeitssicherheits-Kodex für die Landwirtschaft und einfache Regeln für Tagelöhner, die weniger als 50 Tage beschäftigt sind“, so Guidi.
Eine Änderung forderte der Südtiroler Bauernbund bei der Höhe der Beitragszahlungen für die staatliche Rente. „Derzeit ist gesetzlich nur erlaubt, in die nächsthöhere Einkommensstufe Beiträge einzuzahlen. Wir fordern, dass die Beitragshöhe frei gewählt werden kann. Dann könnten Bäuerinnen und Bauern auch mehr einzahlen“, erklärte Tiefenthaler. Diesem Vorhaben schloss sich auch Guidi an, der versicherte, sich dafür einzusetzen. „Da das Land Geld braucht, wir der zuständige Minister kaum etwas dagegen haben, wenn mehr in die Pensionskasse eingezahlt wird.“
Geht es nach dem Willen des Südtiroler Bauernbundes, sollen die Wertgutscheine „Voucher“, mit denen Rentner und Studenten relativ unkompliziert z. B. bei der Apfelernte bezahlt werden können und der fällige Sozialbeitrag dabei gleich abgezogen wird, auf alle Angestellten ausgedehnt werden. „Früher war es üblich, dass Personen aus dem Dorf mitgeholfen haben. Diese Tradition möchten wir wieder aufleben lassen“, so Tiefenthaler. Zudem sollten die Wertgutscheine auch in den Banken einlösbar sein.
Präsident Guidi versicherte, sich für eine Ausweitung des Systems einzusetzen und machte seinerseits einen interessanten Vorschlag: Das System der Wertgutscheine auf alle Bereiche der Landwirtschaft auszudehnen.

Im Bild (v.l.n.r.): Diego Coller (Direktor Confagricoltura Trient), Diego Pezzi (Präsident Confagricoltura Trient), Mario Guidi (Präsident Confagricoltura), SBB-Obmann Leo Tiefenthaler und Direktor Siegfried Rinner.