Bauernbund | 18.08.2011

Bären und Wölfe unter Kontrolle halten

Die drei größten Bauernverbände der Region Trentino-Südtirol fordern gemeinsam: Problembären müssen entfernt werden, eine Obergrenze für die Population soll festgelegt werden und es braucht einen gemeinsamen Ansprechpartner für die Bauernvertreter. Weiters sollte man bereits jetzt einen Aktionsplan für den Wolf erarbeiten.

Für das Bärenprojekt „Live Ursus“ im Trentino muss die Politik einige klare Richtlinien vorgeben. Sie sollen ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch, Viehhaltung und Bär im Alpenraum ermöglichen. Dieser Meinung sind die drei großen Bauernverbände aus Südtirol und dem Trentino.
Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler und Direktor Siegfried Rinner haben heute (Donnerstag, 18. August) am Bauernbund-Sitz in Bozen gemeinsam mit dem Präsidenten der Coldiretti Trient, Gabriele Calliari, dem Direktor der Coldiretti Trient-Bozen, Danilo Merz und dem Direktor der Confagricoltura Trient, Diego Coller einen entsprechenden Forderungskatalog erarbeitet. Er geht an die Landeshauptmänner Luis Durnwalder und Lorenzo Dellai sowie die Landesräte für Landwirtschaft Hans Berger und Tiziano Mellarini.


Die Bauernverbände fordern mehrere konkrete Schritte, um den Druck auf die Viehhaltung im Berggebiet zu senken.

1. Bärenpopulation beschränken
Es soll eine Obergrenze für die Bärenpopulation festgelegt werden.

2. Problembären entfernen

Auch muss es möglich sein, sogenannte Problembären aus dem Projekt zu entfernen.

3. Mehr Autonomie in der Projektgestaltung

Um zeitgerecht reagieren zu können, sollen die Projektbetreiber bzw. die Provinzen Trentino und Südtirol deutlich mehr Autonomie in der Projektgestaltung erhalten.

4. Stärkere Haltung gegenüber Umweltministerium

Um dies zu erreichen, braucht es eine stärkere gemeinsame Haltung aller in der Region Beteiligten gegenüber dem italienischen Umweltministerium. Derzeit liegt nämlich dort die faktisch alleinige Entscheidungsgewalt.

5. Raubtier-Koordinator

Derzeit gibt es keinen klaren politisch beauftragten Ansprechpartner in der Region. Die Bauernvertreter schlagen daher einen Raubtier-Koordinator vor, der die politische Arbeit rund um das „Live-Ursus-Projekt“ koordiniert und auch den Kontakt zu den betroffenen Nachbarregionen im Alpenraum pflegt.

6. Regelmäßiger Informationsaustausch

Die Bauernverbände fordern auch, im Rahmen eines regelmäßig einberufenen Arbeitstreffens über den genauen Stand des Projektes informiert zu werden bzw. selbst Anliegen und Berichte vorlegen zu können.

7. Aktionsplan für den Wolf

Noch problematischer als der Bär wird auf lange Sicht der Wolf sein. Daher fordern die Bauernverbände, bereits jetzt einen Aktionsplan zu erarbeiten, der den Umgang mit Wölfen klar regelt. Auch hierfür sollte der Raubtier-Koordinator verantwortlich sein.


Bildtext:
Fordern klare Richtlinien für den Umgang mit Bär und Wolf: (v.l.) Danilo Merz (Direktor Coldiretti Trient-Bozen), Siegfried Rinner (Direktor Südtiroler Bauernbund), Diego Coller (Direktor Confagricoltura Trient), Leo Tiefenthaler (Landesobmann Südtiroler Bauernbund), Gabriele Calliari (Präsident Coldiretti Trient).