Bauernbund | 01.05.2011

Romano setzt Schwerpunkte für seine Agrarpolitik

Italiens neuer Landwirtschaftsminister Saverio Romano will ebenso wie seine Vorgänger die landestypischen Spezialitäten der Agrar- und Ernährungswirtschaft „Made in Italy“ verteidigen und deshalb gegen Fälschungen und Kopien unnachgiebig vorgehen. Das hat der neue Ressortchef bei einer Anhörung vor dem Agrarausschuss der römischen Abgeordnetenkammer in Rom versichert.

Sein Arbeitsprogramm will Romano im Wesentlichen auf die Schwerpunktbereiche Qualität, Absatzförderung, Schutz der Verbraucher und Produzenten, Transparenz und Sicherheit sowie auf die Wettbewerbsstärke der heimischen Agrar- und Ernährungswirtschaft konzentrieren. Absolute Priorität habe für ihn zunächst die Ausgestaltung der künftigen Europäischen Agrarpolitik, deren konkretes Ziel ein insgesamt unveränderter Haushaltsrahmen sein müsse. Romano räumte ein, sich der Schwierigkeiten und Probleme bei der Finanzierung bewusst zu sein. Das gilt nach seinen Worten vor allem für eine ausgewogene Umverteilung der Gelder für Italien, die sich nicht ausschließlich an der bewirtschafteten Fläche orientieren dürften.

Für strenge Kennzeichnungspflicht
Als weiteren Schwerpunkt seiner politischen Arbeit nannte der Minister neben dem Bürokratieabbau zur Entlastung der Agrarbetriebe verschiedene Möglichkeiten, um das persönliche Verhältnis zwischen Landwirten und Verbrauchern zu verbessern. Dazu eignet sich nach seiner Meinung insbesondere eine verbrauchernahe Vermarktung. Bauernmärkte seien ein positiver Ansatz, um einen persönlichen Kontakt zwischen Landwirt und Konsument herzustellen, erläuterte Romano. Er werde sein Ministerium beauftragen, gemeinsam mit den Agrarverbänden weitere Lösungsansätze zu sondieren. Hinsichtlich der Lebensmittelkennzeichnung versicherte Romano, die Initiative seines Vorgängers beziehungsweise das vom italienischen Parlament inzwischen abgesegnete Gesetz in Brüssel zu verteidigen; allerdings könne nicht ignoriert werden, dass es viele Länder gebe, die derart stringente Regeln ablehnten.

Erneuerbare Energien nur als Zusatzeinkommen
Romano kündigte im Parlament ein Programm mit staatlicher Unterstützung an, um die Absatzförderung unter dem Dach „Made in Italy“ voranzutreiben. Federführend zuständig werde dafür sein Ministerium sein. Romano ließ keinen Zweifel daran, dass der Schutz landestypischer Spezialitäten Italiens der gemeinsame Nenner seiner gesamten politischen Arbeit sein werde. Zum Thema erneuerbare Energien meinte der Ressortchef, diese hätten nach seiner Einschätzung lediglich eine „objektive Priorität“ und seien eine Möglichkeit für die Agrarbetriebe, um ihr landwirtschaftliches Einkommen zu ergänzen,jedoch keine Alternative, um dieses zu ersetzen. Ein Agrarminister könne sich nicht hinstellen und den Bauern raten, den Anbau auf ihren Feldern einzustellen und stattdessen ihre Dächer für Photovoltaik-Anlagen zu vermieten. Bezüglich gentechnisch veränderter Organismen (GVO) bekräftigte Romano seine ablehnende Haltung; hierfür sei kein Platz am italienischen Markt. Der Jurist hatte bereits unmittelbar nach seinem Amtsantritt klargestellt, man müsse eine hohe Mauer gegenüber der Grünen Gentechnik errichten, da diese anderenfalls die italienische Landwirtschaft „in die Knie zwingen“ werde. Nach seiner Einschätzung kann Italien mit seiner Landwirtschaft niemals mengenmäßig mit anderen Ländern konkurrieren, hingegen sicherlich mit ihrer Qualität, vor allem wenn diese noch weiter ausgebaut werde. Allerdings bedeute sein Nein zum Anbau von GVO keine Ablehnung der Forschung, die weiter vorangetrieben werden müsse, versicherte Romano.


AgE-Mitteilung