Bauernbund | 12.09.2010

„Raststätten sollen Schaufenster heimischer Produkte werden“

Mehr heimische Produkte in den Raststätten, keine dritte, vollwertige Spur und eine bessere Pflege der Böschungsstreifen: Drei Anliegen des Südtiroler Bauernbundes, die SBB-Obmann Leo Tiefenthaler und Direktor Siegfried Rinner dem neuen Präsidenten der Brennerautobahn Walter Pardatscher bei einem Treffen mit auf den Weg gegeben haben.

Was in anderen Regionen selbstverständlich ist, ist in Südtirol noch die Ausnahme: der Verkauf heimischer, bäuerlicher Produkte in den Autobahn-Raststätten. „Bis heute haben wir nur in den zwei Raststätten an der Laimburg ein nennenswertes Sortiment an heimischen Produkten, in den übrigen Raststätten fehlt ein entsprechendes Angebot“, erklärte Landesobmann Leo Tiefenthaler. Jährlich würden Millionen Menschen die Raststätten besuchen. Dieses Potential müsse in Zukunft besser genutzt werden. „Vom Verkauf bäuerlicher Produkte profitiert nämlich nicht nur die Landwirtschaft, sondern das Land insgesamt. Denn heimische Qualitätsprodukte sind eine gute Werbung für das Tourismusland Südtirol“, ist Leo Tiefenthaler überzeugt. Ziel müsse es sein, die Raststätten zu Schaufenster heimischer, bäuerlicher Produkte zu machen, so der Wunsch des SBB. Präsident Walter Pardatscher, der selbst einen Bauernhof in Salurn besitzt und sechs Jahre Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend war, hat dem SBB versichert, dieses Anliegen zu unterstützen.
Einig sind sich Tiefenthaler und Pardatscher auch, dass bei den Raststätten selbst dringender Handlungsbedarf besteht. „Einige Raststätten sind alles andere als einladend. Hier sind Investitionen in die Infrastruktur nötig. Vor allem aber muss die Servicequalität verbessert werden“, so Tiefenthaler.

Keine dritte Spur

Bekräftigt hat Tiefenthaler das Nein des SBB zu einer dritten, vollwertigen Autobahnspur. Die Verbreiterung der Notspur durch das Entfernen der Hecke zwischen den beiden Fahrbahnen wird vom SBB hingegen begrüßt. „Damit wird die Sicherheit erhöht, ohne dass neuer, wertvoller Kulturgrund verbraucht wird.“
Ein weiteres Anliegen des SBB ist die Pflege der Sträucher an den Böschungen. Diese würden in vielen Fällen in die Obstwiesen „hineinwachsen“. Präsident Pardatscher hat dem SBB zugesichert, sich darum zu kümmern.


Bildtext: Hoffen, beim Autobahnpräsidenten Walter Pardatscher mit den Bauernbund-Anliegen Gehör zu finden: SBB-Direktor Siegfried Rinner und Obmann Leo Tiefenthaler.