Bauernbund | 18.07.2010

„Nicht bei der Photovoltaikförderung sparen“

Im nächsten Jahr sollen neue Photovoltaikanlagen deutlich weniger Förderungen als bisher erhalten, sieht ein Entwurf der Staat-Regionen-Konferenz vor, der noch vom zuständigen Minister unterschrieben werden muss. Der Südtiroler Bauernbund kritisiert die Kürzungen, da Photovoltaikanlagen vor allem für den Ländlichen Raum interessant seien.

Photovoltaikanlagen, die nach dem 31. Dezember 2010 in Betrieb gehen, müssen mit deutlich niedrigeren Einspeisetarifen rechnen. Da die ursprüngliche Förderobergrenze von 1.200 MWel bereits erreicht wurde, ist ein neues Fördersystem nötig. Dieses sieht für 2011 eine Kürzung der Tarife in drei Schritten und von 2012 bis 2013 eine jährliche Kürzung von weiteren jeweils sechs Prozent vor. „Diese Kürzungen sind für uns inakzeptabel. Hier spart Italien an der falschen Stelle. Anstatt die erneuerbaren Energien und somit den Umweltschutz zu fördern, investiert Rom, so wie es aussieht, lieber in einen Ausbau der Atomenergie“, ärgert sich Landesobmann Leo Tiefenthaler.
Geblieben ist glücklicherweise die Regelung, dass der jeweilige Tarif für 20 Jahre fix bleibt. Zudem hoffen Experten auf eine Anpassung der Marktpreise, die den Rückgang der Tarife abfedern könnte.
Neu ist im Entwurf, dass nur mehr zwei Anlagentypen gefördert werden: Gebäudeanlagen und „andere Anlagen“. „Positiv ist auch festzuhalten, dass Anlagen, die vor Ort jenen Strom produzieren, der dort auch verbraucht wird, weiterhin am stärksten gefördert werden“, so Tiefenthaler. Zusätzlich zu diesen Anlagen werden auch „integrierte innovative Anlagen“ besonders gefördert, wobei hierfür noch eine Durchführungsbestimmung zur genauen Definition erwartet wird.
Trotz der sinkenden Einspeisetarife bleibt die Investition in die Photovoltaik aus Sicht des Südtiroler Bauernbundes für den Ländlichen Raum weiter attraktiv. „Allerdings muss die Wirtschaftlichkeitsberechnung noch genauer als bisher gemacht werden“, so Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner. Hilfestellung bietet dabei die Photovoltaikoffensive des Südtiroler Bauernbundes zusammen mit LVH, TIS und Eurac, die vom ESF mitfinanziert wurde. „Zusammen haben wir in den vergangenen Monaten 1.200 Interessierte in sechs Veranstaltungen informiert, einen Leitfaden herausgegeben und bisher knapp 350 Beratungsgespräche durchgeführt.“

Interessierte können zudem auf der Bauernbund-Webseite ein entsprechendes Tool für die Wirtschaftlichkeitsberechnung nutzen.