Bauernbund | 12.04.2010

Freiwilligen-Boom auf Bergbauernhöfen

Noch nie haben so viele Helfer so viele freiwillige Arbeitsstunden geleistet wie 2009. Doch dem Verein Freiwillige Arbeitseinsätze fehlt Geld für die Vermittlungstätigkeit. Auf der Jahreshauptversammlung sicherten Landeshauptmann Luis Durnwalder und Landesrat Hans Berger die nötige Finanzspritze zu.

Der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze (VFA) leistet äußerst wertvolle Arbeit. Darüber waren sich auf der Jahreshauptversammlung die Vorstandsmitglieder sowie Landeshauptmann Luis Durnwalder und Landwirtschafts- und Tourismuslandesrat Hans Berger einig.
Bereits bei der Erntedankfeier im Herbst 2009 hatte sich ein absolutes Rekordjahr abgezeichnet. Vergangenes Woche legte der VFA in Bozen die endgültige Bilanz vor: 1637 Freiwillige haben insgesamt 16.697 Einsatztage auf 288 Bergbauernhöfen verbracht. Umgerechnet entspricht dies 70 Ganzjahresjobs.
Vereinsobmann Georg Mayr verwies auf den ökonomischen Wert: „Die geleistete Arbeit ist 1,2 Mio. Euro wert, auch wenn man zur Berechnung nur den niedrigsten Lohn eines unqualifizierten Arbeiters heranzieht.“ Vorstandsmitglied und Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler berichtete von vielen Bauern, die ihm versichern: „Ohne diese freiwilligen Helfer gäbe es unseren Hof nicht mehr.“ Die Solidarität sei aber nicht der einzige Wert dieses Vereins: „Wenn ich mir anschaue, wie viele internationale Medien von sich aus über diese Tätigkeit berichtet haben, komme ich mir vor wie bei der SMG. Diese Berichte kosten nichts und sind unbezahlbare Werbung für unser Land.“ Dass 72 Prozent der Helfer aus Deutschland kommen, sei ein deutlicher Beweis für den Erfolg dieser Arbeit. 18 Prozent kommen aus Südtirol, 4,5 aus Österreich, vier aus dem restlichen Italien, der Rest aus aller Welt, sogar aus China.
Landeshauptmann Luis Durnwalder und Landwirtschafts- und Tourismuslandesrat Hans Berger lobten den Einsatz des Vereins.

Zusagen gegen die Finanzlücke
Trotz aller Anerkennung steht der Verein vor der Frage, ob er die vielen Anfragen weiterhin bewältigen kann. Denn im Haushaltsvoranschlag klafft zwischen den voraussichtlichen Einnahmen (117.700 Euro) und Ausgaben (161.430 Euro) eine Lücke von 43.730 Euro.
Den Großteil der bisherigen Spesen trugen die vier Trägervereine (44,3 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (41,7 Prozent), vor allem das Sozialressort. Die restlichen 14 Prozent kamen von Sponsoren und Spendern.
Schweigkofler verwies darauf, „dass Bauernbund und Caritas über ihren ohnehin schon hohen Beitrag auch das zusätzliche jährliche Defizit ausgeglichen haben“, sagte Schweigkofler. Mayr ergänzte: „Die Suche nach Sponsoren in der Privatwirtschaft trägt kleine Früchte, ist aber schwierig. Es wäre schade, wenn die Arbeit des Vereins an diesem Engpass scheitert.“ Georg Mayr führte auch an, dass dem Verein gelungen sei, die Verwaltungskosten auf den historischen Tiefststand von 9,5 Euro pro Einsatztag zu senken.“
Durnwalder und Berger brachten bereits erste Vorschläge, wie man einen Gutteil des Finanzbedarfes abdecken könnte. Allerdings betonten sie auch: „Der Bedarf muss sich in einem überschaubaren Rahmen halten.“


Bildtext:
Vorstand und Mitarbeiter des VFA mit Obmann Georg Mayr (Bildmitte) zeigten sich erleichtert über die Zusagen von LH Luis Durnwalder und LR Hans Berger (l. bzw. r. von Mayr).



Verein Freiwillige Arbeitseinsätze (VFA) im Internet unter www.bergbauernhilfe.it