Südtiroler Bäuerinnenorganisation | 08.03.2010

Besuch beim Bischof und Filmpremiere Weiberleut

Bischof Karl Golser feierte am 8. März seinen Jahrtag als Bischof, während der Landesbäuerinnenrat den Internationalen Tag der Frau feierte. Deshalb nahm der Landebäuerinnenrat dies zum Anlass, Bischof Karl Golser nach der Messfeier im Pastoralzentrum zu treffen.

Bischof Golser bedankte sich herzlich bei den Bäuerinnen für das große Engagement. Er merkte an, dass das Image der Bauern und Bäuerinnen stark gestiegen sei, dass Bäuerinnen eine Lebensfreude vermitteln, so dass Jungbauern und -bäuerinnen wieder Freude am Hof haben.
Die Bäuerinnen betonten die enge Verbindung zwischen der bäuerlichen Kultur, Religion und Kirche. Vor allem Bäuerinnen sind Trägerinnen und Vermittlerinnen des katholischen Glaubens und viele sind in verschiedenen kirchlichen Gremien eingebunden. Ihnen geht es um die Erhaltung von Tradition, Kultur und Land. In diesem Zusammenhang wurde das Thema Gentechnik und die Gefahr der gentechnisch veränderte Kartoffel „Amflora“ angesprochen. Auch Bischof Golser sehe die Gentechnik mit großer Besorgnis entgegen. Die Kirche trägt eine große Verantwortung für die Schöpfung. „Gentechnik basiere auf reiner Profitgier einiger multinationaler Großkonzerne, die die Leute abhängig von ihren gentechnisch veränderten Produkten machen und sie zur Bezahlung von Patenten zwingen“, so Bischof Golser. „Uns wird vorgetäuscht, dass durch Gentechnik im Lebensmittelbereich die Hungernot auf der Erde beseitigt wird. Gentechnik wird ein neuer Krieg, wo ein paar wenige entscheiden, ob wir Hunger haben oder nicht,“ betonte die Landesbäuerin und L.-Abg. Maria Kuenzer. Lösungen sehen sowohl der Bischof als auch der gesamte Landesbäuerinnenrat in einem Aufbau und Stärkung eines regionalen Marktes, eine enge Zusammenarbeit mit dem Tourismus und anderen Südtiroler Verbänden.
Am Abend erfolgte dann die Filmpremiere „Weiberleut. Ein Film von Bäuerinnen ohne Mann“ in Zusammenarbeit mit dem Frauenarchiv Bozen und dem Filmclub. Die österreichische Regisseurin Getraud Schwarz war aufgrund der Premiere persönlich anwesend. Der größte Kinosaal im Filmclub mit über 200 Sitzplätzen war ausverkauft. Landesbäuerin Maria Kuenzer und die Präsidentin des Frauenarchivs Martha Verdorfer begrüßten die Anwesenden. Dieser Film zeigte sechs Bäuerinnen, die ohne Mann ihren Hof betreiben und trotz harter „Männerarbeit“ eine positive Ausstrahlung und Freude am Bäuerinnensein vermitteln. Nach Film und Diskussion luden der Landesbäuerinnenrat zu einem überaus leckeren Buffett mit selbstgemachten Broten, Aufstrichen, Würsten, Speck und Säften und selbstgebackenen Köstlichkeiten (Buchtln, Krapfen) ein. Den Käse spendete dankenswerter Weise die Schausennerei „Drei Zinnen“, der Wein wurde vom Frauenarchiv Bozen gespendet.

Foto (v.l.n.r.):
Bezirkbäuerin Bozen Maria Anna Plunger
Bezirkbäuerin Eisacktal Theresia Larcher
Landesbäuerinstellvertreterin Maria Egger
Landesbäuerin Maria Kuenzer
Bischof Karl Golser
Bezirkbäuerin Meran Maria Haller
Bezirkbäuerin Vinschgau Monika Rechenmacher
Landesbäuerinstellvertreterin Hiltraud Erschbamer
Bezirkbäuerin Pustertal Marianne Kiebacher
Landessekretärin Renate Telser