Bauernbund | 18.11.2009

FAO-Gipfel brachte keine konkreten Zahlen und Fristen

Zum Abschluss des dreitätigen Weltgipfels der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) in Rom hat Generalsekretär Jacques Diouf gestern Nachmittag die 60 Regierungschefs und 185 Minister aus 190 Mitgliedstaaten aufgerufen, im Kampf gegen die Hungersnot "von Worten zu Taten" überzugehen. "Die Hungernden der Welt können nicht mehr warten", sagte Diouf in seiner Abschlussrede.

"Beim FAO-Weltgipfel im Jahr 1996 hatten sich die Teilnehmer das Ziel gesetzt, bis 2015 die Zahl der Hungernden zu halbieren. Dieses Ziel kann zwar nicht erreicht werden, wir müssen jedoch trotzdem versuchen, aus diesem Gipfeltreffen eine entscheidende Etappe in Richtung Befreiung von der Hungersnot zu machen", meinte Diouf.

Die Gipfelteilnehmer unterzeichneten einstimmig eine Schlusserklärung in fünf Punkten. Darin wurde wieder das Ziel formuliert, die Zahl der Hungernden zu halbieren, konkrete Zahlen fehlen jedoch. Die Schlusserklärung ist nicht verbindlich. Hilfsorganisationen zeigten sich über die Ergebnisse des Gipfeltreffens enttäuscht.

Als positiven Aspekt hob Diouf die Tatsache hervor, dass 31 Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika seit 2000 ihr Ziel erreicht hätten, die Zahl der Hungernden auf ihrem Gebiet auf beträchtliche Weise zu reduzieren. Der Generalsekretär zeigte sich jedoch darüber enttäuscht, dass die Schlusserklärung des Gipfels keine konkreten Zahlen und klaren Zeitfristen für die Befreiung der Hungersnot enthalte. "Ich bin überzeugt, dass wir zusammen die Hungersnot ausmerzen können. Das müssen wir für eine gerechtere, reichere und friedlichere Welt tun", meinte Diouf.