Steuerberatung | 05.11.2009

Die innergemeinschaftlichen Erwerbe

Unter einem innergemeinschaftlichen Erwerb versteht man einen Einkauf von Gütern bei einem Lieferanten aus einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Dabei passieren immer wieder Fehler mit hohen Strafen. Es ist ratsam, sich vorher genau zu informieren und vom ausländischen Lieferanten stets eine Rechnung zu verlangen.

Landwirtschaftsbetriebe im Pauschalsystem haben für EU-Einkäufe eine Freigrenze von 10.000,00 Euro. Das heißt sie können bis zu diesem Betrag die ausländische Mehrwertsteuer bezahlen ohne weitere bürokratische Verpflichtungen. In diesem Falle verhalten sie sich wie Privatpersonen.

Wird diese Schwelle überschritten, oder befindet sich der Landwirtschaftsbetrieb im MwSt.-Normalsystem, wird im Bestimmungsland (Italien) besteuert. Der ausländische Lieferant stellt eine Rechnung ohne ausländische MwSt. aus. Es ist die italienische Mehrwertsteuer abzuführen.

Von der MwSt.-Registerführung befreite Landwirtschaftsbetriebe können für Erwerbe bis zu 10.000,00 Euro die Ursprungslandbesteuerung in Anspruch nehmen - das heißt sie teilen dem ausländischen Lieferanten die eigene MwSt.-Nummer nicht mit und bezahlen die ausländische Mehrwertsteuer.
Überschreiten die EU-Einkäufe den Betrag von 10.000,00 Euro oder verzichtet der Betrieb freiwillig auf die Ursprungslandbesteuerung, ist eine spezielle Vorgehensweise vorgesehen, da die Mehrwertsteuer an den italienischen Staat entrichtet werden muss:
* Dem Verkäufer die eigene Identifikationsnummer mitteilen.
* Für diesen EU-Einkauf ist ein Einkaufsregister anzulegen.
* Die Rechnung erfolgt ohne ausländische Mehrwertsteuer, der italienische MwSt.-Satz und MwSt.-Betrag sind zu ergänzen.
* Die Rechnung wird im angelegten Einkaufsregister registriert.
* Die geschuldete MwSt. muss innerhalb 16. des Folgemonats ab Ausstellungsdatum der Rechnung bei der Bank eingezahlt werden.
* Die Zahlung wird zusammen mit dem Vordruck INTRA12 innerhalb 20. des Folgemonats ab Ausstellungsdatum der Rechnung bei der Agentur der Einnahmen abgegeben.
* Schließlich ist noch die INTRA 2 – Lieferantenliste für das Zollamt zu erstellen.