Bauernbund | 02.10.2009

„Ein Dank für so viel Solidarität“

Verein Freiwillige Arbeitseinsätze: So viele Freiwillige Helfer wie noch nie auf Südtirols Bergbauernhöfen

Auf das erfolgreichste Jahr seit der Gründung vor 13 Jahren hat heute der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze auf seiner traditionellen Erntedankfeier in Sarnthein zurückblicken können. Knapp 1.700 Freiwillige haben bis Ende September heimische Bergbauern bei ihrer Arbeit im Stall, auf dem Feld, in der Küche oder bei der Betreuung von Kindern und Senioren unterstützt. Ungebrochen groß ist bei Bürgern aus der Bundesrepublik Deutschland die Bereitschaft zu helfen.

Seit 13 Jahren vermittelt der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze Freiwillige Helfer auf extreme Südtiroler Bergbauernhöfe. Waren es 1996 noch bescheidene 40 Helfer, die auf einem Südtiroler Hof der Bergbauernfamilie unter die Arme gegriffen haben, sind es 2009 bisher 1.689. „Die Nachfrage nach freiwilligen Einsätzen ist ungebrochen. Heuer haben sich 522 Freiwillige mehr gemeldet als 2008. Das entspricht einem Anstieg von 45 Prozent. Bei der Hilfsbereitschaft ist jedenfalls keine Krise festzustellen“, freute sich VFA-Obmann Georg Mayr. „Die Freiwilligen Helfer leisten einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Berglandwirtschaft. Viele Bergbauernfamilien könnten heute die anfallende Arbeit besonders bei der Heuernte nicht alleine bewältigen. Daher gilt allen Freiwilligen unser ganzer Dank“, so Mayr.
Insgesamt haben die Freiwilligen knapp 16.000 Einsatztage geleistet, 2.464 mehr als im Vorjahr. Die Freiwilligen waren auf 294 Höfen verteilt, 2008 waren es 268 Höfe, die um eine Arbeitshilfe angesucht hatten. Müsste die Arbeit von den Bergbauern bezahlt werden, wären über 1,8 Mio. Euro fällig.
Besonders stark waren auch 2009 wieder die Helfer aus der Bundesrepublik Deutschland. „72 Prozent der Freiwilligen sind aus Deutschland, knapp 20 Prozent kommen aus Südtirol und vier Prozent aus italienischen Regionen. Der Rest verteilt sich auf die Schweiz und Österreich. Erstmals waren heuer auch Helfer aus den USA, Irland und Dänemark im Einsatz“, berichtete die Koordinatorin des Vereins Monika Thaler.
Zurückzuführen ist die große Nachfrage aus Deutschland nicht nur auf die Mund-zu-Mund-Werbung der Freiwilligen, sondern besonders auf die vielen Berichte in deutschen Medien. „Heuer haben das ZDF, SAT 1, RTL, ORF, WDR und Salzburg TV über den Freiwilligen Arbeitseinsatz berichtet. Zudem wurden im Stern, im Lufthansa Magazin und in verschiedenen deutschen Lokalzeitungen und Magazinen Reportagen veröffentlicht“, freute sich Monika Thaler über die gelungene Öffentlichkeitsarbeit. Damit leiste der Freiwillige Arbeitseinsatz eine wichtige Imagewerbung für das Urlaubsland Südtirol.
Erfreulich ist weiters, dass ein Drittel der „freiwilligen Engel“ jünger als 20 Jahre ist. 30 Prozent sind zwischen 21 und 40 Jahren alt. Zugelegt haben die Frauen: Mittlerweile ist fast jeder zweite Helfer weiblich.
Einziger Wehrmutstropfen in der Erfolgsbilanz des Vereins ist der Rückgang der Zahl der durchschnittlichen Einsatzdauer. „2006 war jeder Freiwillige im Durchschnitt 13 Tage auf einem Hof, 2009 waren es „nur“ neun Tage“, so Thaler. Auch die Zahl der Einheimischen ist um fünf Prozent gesunken.
Auf der Feier nutzten Obmann Georg Mayr und Koordinatorin Monika Thaler die Gelegenheit, den Sponsoren Stiftung Sparkasse, Amt für Senioren und Soziales, Amt für Kabinettsangelegenheiten, Raiffeisenkasse Bozen und dem Sennereiverband Südtirol zu danken. Die Feier in Sarnthein ist zusätzlich von der Südtiroler Sparkasse, Mila, Loacker, EOS – Speckkonsortium, Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft, Athesia, VOG, Messner Mountain Museum und der Kellerei Bozen-Gries unterstützt worden.

Foto oben: Daniel Müller