Bauernbund | 09.09.2009

Vorfahrt für heimische Biomasse

Mehr Holz aus heimischen Wäldern soll in Zukunft in den Südtiroler Fernheizwerken verbrannt werden. Der Südtiroler Bauernbund und der Südtiroler Biomasseverband haben einen entsprechenden Rahmenvertrag unterzeichnet. Dieser sieht unter anderem eine Abnahmegarantie für Holz aus Südtiroler Wäldern und einen Mindestpreis vor.

Seit langem fordern der Südtiroler Bauernbund und die heimischen Waldbesitzer einen Rahmenvertrag für die Abnahme heimischer Biomasse. „Bisher wurde viel Holz für die heimischen Fernheizwerke aus dem Ausland zugekauft – mit entsprechend langen Transportwegen, während im Südtirol der Wald durch den geringen Holzeinschlag zunehmend veraltet“, erklärt Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler. Mit dem neuen Hackschnitzelabkommen, das als Grundlage für individuelle Lieferverträge auf Orts- und Bezirksebene zu verstehen sei, solle nun mehr heimische Biomasse in die Fernheizwerke kommen. Dadurch würden die Transportwege verkürzt, die Waldpflege gefördert und die lokalen Wertschöpfungsketten gestärkt, so der Präsident des Südtiroler Biomasseverbandes Hanspeter Fuchs.
Konkret sieht der Rahmenvertrag zwischen dem Südtiroler Bauernbund und dem Südtiroler Biomasseverband, den auch die Genossenschaft der Südtiroler Sägewerker, die Abteilung Forstwirtschaft und der Maschinenring Südtirol sowie die SAM mittragen, eine Abnahmegarantie für heimisches Hackgut vor. „Die dem Biomasseverband angeschlossenen Fernheizwerke sind verpflichtet, sämtliches Hackgut aus Privatwäldern oder Wäldern im Besitz öffentlicher oder privater Körperschaften zu übernehmen. Die größeren Fernheizwerke haben dabei die Aufgabe, eine Pufferfunktion auszuüben, sollte es bei den kleineren Heizwerken zu Engpässen kommen. Damit fällt für die Waldbesitzer das Absatzrisiko flach“, freut sich SBB-Obmann Leo Tiefenthaler.
Angeliefert werden kann von den Waldbesitzern Rundholz oder Hackschnitzel, wobei das Waldhackgut sauber und frei von Nadeln, Reisig und Fremdkörpern sein muss. Zudem darf die Holzfeuchtigkeit 35 Prozent nicht überschreiten und das Hackgut nicht größer als 80 mm sein. „Damit wird garantiert, dass die Fernheizwerke optimale Biomasse erhalten“, so Tiefenthaler.
Dafür erklären sich die Fernheizwerke bereit, für 2009 42 Euro je Festmeter Rundholz franco Fernheizwerk oder vereinbartem Liegeplatz zu bezahlen. Für Hackschnitzel werden je 2,7 Schüttraummeter ebenfalls 42 Euro bezahlt. Für das Hacken wird zusätzlich ein Aufpreis von 1,85 Euro je Schüttraummeter bezahlt. Der Vertrag, der bestehende Verträge nicht ersetzt, läuft vorerst bis 1. Juni 2012.