Bauernbund | 17.08.2009

Handlungsspielraum für Bauern sichern

Bei der Weltwasserwoche in Stockholm beschäftigen sich in diesen Tagen mehr als 2000 Wissenschaftler und Beobachter mit Lösungen für eine gerechtere Verteilung des kostbaren Nass. Mit ähnlichen Themen beschäftigt sich auch der Südtiroler Bauernbund. In einer Stellungnahme zum Gewässernutzungsplan kritisiert der Bauernbund vor allem den kleinen Spielraum für die Ableitung von Wasser in extremen Trockengebieten wie dem Vinschgau.

Ende Juni hat die Landesregierung ihren überarbeiteten Entwurf zum Gewässernutzungsplan genehmigt und die betroffenen Verbände und Organisationen zu Stellungnahmen aufgerufen. Der Bauernbund hat seine Stellungnahme vor kurzem abgegeben und dabei vor allem zwei Bereiche als verbesserungswürdig angemerkt: die genaue Definition von bestehenden Ableitungen im Bereich der Landwirtschaft und die Größe des Spielraums, der den Bauern für den künftig eventuell größeren Wasserbedarf bleibt.

Wasserbedarf für Landwirtschaft steigt
„Vor allem dort, wo heute die Grenzen zwischen Obstbau und Grünlandwirtschaft verlaufen, ist in Zukunft mit einem steigenden Bedarf an Bewässerungsanlagen zu rechnen. Daher muss der Spielraum für die Wassermenge, die ohne zusätzliche Kosten von den für die E-Werke bestimmten Wassermengen abgeleitet werden darf, auf jeden Fall hoch genug sein“, fordert Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler. Derzeit sind im Entwurf dafür 0,5 – in besonderen Trockenperioden 0,6 – Sekundenliter pro Quadratkilometer vorgesehen. Der Bauernbund möchte diese Werte doppelt so hoch – also auf 1,0 bzw. 1,2 Sekundenliter – ansetzen. Außerdem möchte der Bauernbund die Inhaber von E-Werk-Konzessionen dazu verpflichten, im Notfall für den Frostschutz auch mehr als die genannten Wassermengen zur Verfügung zu stellen.
Ein wichtiger Punkt im Gewässernutzungsplan ist die Unterscheidung zwischen neuen und bestehenden Konzessionen. Der Bauernbund möchte eine klare Definition davon, was im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzung unter einer bestehenden Ableitung zu verstehen ist. „Der Bauernbund möchte, dass Konzessionen für die landwirtschaftliche Nutzung auch bei allen Änderungen, die nicht eine Erhöhung der Wassermenge vorsehen, immer als bestehend angesehen werden“, erklärt Tiefenthaler.
Die Landesregierung wird die verschiedenen Stellungnahmen sammeln und überprüfen und den Gewässernutzungsplan dann nochmals genehmigen. In der Folge muss der Entwurf des Wassernutzungsplans zwischen den Vertretern des Staates und der Provinz abgesprochen werden. Den Schlusspunkt setzt der Staatspräsident, welcher den Wassernutzungsplan in Form eines Dekretes in Kraft setzt.