Bauernbund | 01.07.2009

DBV: EU soll Nachfrage ankurbeln

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat anlässlich seines wichtigsten Forums, dem Deutschen Bauerntag von 30.06. bis 02.07. in Stuttgart, einige entscheidende Forderungen kundgetan. Ähnlich wie für den Banken- und Industriesektor verlangen die BRD-Landwirte auch für den Agrarbereich ein Hilfsprogramm innerhalb der Europäischen Union zur Ankurbelung der Nachfrage. So wünschen sie sich die Einführung von Schulmilch- und Schulobstprogrammen, um den Absatz zu steigern.

Außerdem soll massiver politischer Druck auf Länder wie Russland und China ausgeübt werden, weil diese Staaten ihre Märkte beispielsweise für Milchlieferungen aus der EU abgeschottet haben. In Sachen Einkommen sehen die Bauern Molkereiwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel in der Pflicht, höhere Preise beim Verbraucher durchzusetzen. Zu schaffen macht den Landwirten nach eigenen Angaben auch die zunehmende Bürokratie. Mit Dokumentations- und Nachweispflichten seien sie rund ein bis zwei Stunden in der Woche beschäftigt.
In Deutschland gibt es rund 350.000 landwirtschaftliche Unternehmen. Die durchschnittliche Betriebsgröße im Westen des Bundesgebietes liegt bei etwa 36 ha, in Ostdeutschland sind es 200 ha. Im Jahr 2007 waren 1,25 Mio. Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt. Wichtigste Vertretung ist der Deutsche Bauernverband.

DBV-Präsident Sonnleitner im Amt bestätigt

Bei dessen Mitgliederversammlung ist heute Präsident Gerd Sonnleitner mit überzeugender Mehrheit in seinem Amt bestätigt worden. In Stuttgart wählten 97% der stimmberechtigten Delegierten der ordentlichen und assoziierten Mitglieder Sonnleitner in geheimer Wahl erneut für drei Jahre. Der 60-Jährige, der einen 100-ha-Ackerbau-Veredelungsbetrieb im niederbayerischen Ruhstorf im Landkreis Passau bewirtschaftet, ist seit 1997 DBV-Präsident.

aiz