Bauernbund | 28.05.2009

"Schnell Ersatz für Milchquoten finden"

EU-Kandidat Herbert Dorfmann und SBB-Obmann Leo Tiefenthaler treffen Berlakovich

Die enge Verbindung zwischen Südtirol und Österreich hat Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich am Rande der Vorstellung der Agraroffensive „Zukunftsfeld Bauernhof“ bei einem Treffen mit dem Europa-Kandidat Herbert Dorfmann und Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler unterstrichen. Im Mittelpunkt der Unterredung stand, wie zu erwarten die Berglandwirtschaft.

„Südtirol ist ein wichtiger Partner in Europa für die Entwicklung gemeinsamer Zukunftsperspektiven in der alpinen Landwirtschaft. Beide Länder verbinden gemeinsame Interessen und Traditionen wie die klein strukturierte Landwirtschaft“, erklärte Berlakovich in Imst. Nun gelte es, gemeinsam ein tragfähiges Zukunftsmodell für die Berglandwirtschaft nach 2013 zu finden, das den besonderen Bedürfnissen der alpinen Landwirtschaft Rechnung trägt.
Auch SBB-Obmann Leo Tiefenthaler begrüßt die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg. "Tirol und Österreich ist traditionell ein Verbündeter Südtirols in Brüssel. Oftmals finden wir beim österreichischen Landwirtschaftsminister mehr Verständnis für unsere Anliegen als in Rom", so Tiefenthaler

Mengenregelung in irgendeiner Form beibehalten
Im Mittelpunkt der Aussprache mit dem österreichischen Landwirtschaftsminister stand die Frage, wie die Milchwirtschaft in den alpinen Landschaften auch nach dem Auslaufen der Milchquote im Jahr 2015 gesichert werden kann. "Europas Landwirtschaft ist unterschiedlich strukturiert. Deshalb braucht es Regelungen, die den verschiedenen Bedürfnissen der Agrarregionen in geeigneter Form Rechung trägt", ist Dorfmann überzeugt und kann sich deshalb nur eine Nachfolgeregelung vorstellen, die eine Mengenregelung vorsieht. "Die Produktionsbedingungen in Südtirol sind mit jenen in Norddeutschland nicht vergleichbar. Der Mehraufwand für unsere Bauern in der Produktion muss langfristig ausgeglichen werden", so Dorfmann. Die Landwirtschaft leiste einen unschätzbaren Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität in Südtirol. "Die Qualität unserer Lebensmittel ist einzigartig und erfreut sich in ganz Europa großer Beliebtheit", so Dorfmann. Darüber hinaus mache nur die Bewirtschaftung der Wiesen, Weinberge und Wälder das für Südtirol so typische Landschaftsbild möglich. "In Brüssel werde ich mich für die Erhaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Landwirtschaft stark machen", kündigt er an.