Bauernbund | 25.03.2009

Vom Pflug bis zur Erntemaschine

Bauernbund: Wanderausstellung und Buch zeigen Wandel der Landwirtschaft

1809-2009: 200 Jahre Landwirtschaft auf einen Blick bietet eine Wanderausstellung, die der Südtiroler Bauernbund zusammen mit dem Südtiroler Landesarchiv in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellt hat. Parallel dazu erscheint eine Publikation, die die „Südtiroler Landwirtschaft zwischen Tradition und Innovation“ zeigt. Damit begeht der Südtiroler Bauernbund das Andreas-Hofer-Jahr 2009.

Ab 30. März 2009 wird die Wanderausstellung „Südtiroler Landwirtschaft Schritt für Schritt…unseren Wurzeln auf der Spur“, die aus insgesamt 12 Paneelen besteht, in vielen Gemeinden des Landes zu sehen sein. Der Startschuss fällt in der Fachschule für Hauswirtschaft Frankenberg in Tisens. „Mit der Wanderausstellung soll den Bürgern die Entwicklung der Landwirtschaft und die Bedeutung früher und heute aufgezeigt werden. Zugleich möchten wir das Verständnis für die Landwirtschaft stärken“, erklärte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler auf der Vorstellung der Wanderausstellung. Manche dürften sich an ihre Wurzeln zurückerinnern. Immerhin war noch vor 100 Jahren die Hälfte der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig.
Für Landesrätin Sabina Kasslatter Mur mache die Wanderausstellung sehr gut die zentrale Rolle der ländlichen Bevölkerung bei dem Aufständen 1809 deutlich. Vor allem aber sei die Ausstellung ein wichtiger Beitrag zur Geschichtsvermittlung und gut geeignet, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Einblick in zwei Jahrhunderte
Die Ausstellung gibt anhand von historischem Bildmaterial, Dokumenten und Originalzitaten einen guten Einblick in die bäuerliche Welt der letzten zwei Jahrhunderte. Neben der technischen Entwicklung im Stall und auf den Feldern zeigt die Ausstellung auch den Wandel in der Produktion. „Früher waren die meisten Höfe Selbstversorger. Heute stehen die überregionale Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte, Umweltschutz und Verbrauchersicherheit im Mittelpunkt“, erklärte Georg Mayr, der das Projekt iniziiert hat. „Weitere Schwerpunkte der Ausstellung sind die territorialen Veränderungen, die Landwirtschaft zur Zeit von Andreas Hofer, der Wandel in der Ausbildung und die Entwicklungen im Genossenschaftswesen. Ein Teil der Ausstellung widmet sich der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert“, erklärte Gustav Pfeifer vom Südtiroler Landesarchiv.
Neben dem Südtiroler Bauernbund hat vor allem das Landesarchiv an der Entstehung mitgearbeitet. Begleitend zur Wanderausstellung erscheint die Publikation „1809 – 2009: Südtiroler Landwirtschaft zwischen Tradition und Innovation“ über die Landwirtschaftsgeschichte Südtirols und Tirols.
„Was die Bäuerinnen und Bauern früher und heute gemeinsam haben, ist die Liebe zur Tradition und der enge Bezug zum eigenen Grund und Boden“, erklärte der Autor Andrea Leonardi von der Universität Trient, der in mühevoller Kleinarbeit die Geschichte der Bäuerinnen und Bauern aufgearbeitet hat. Das Buch ist im Athesia-Buchhandel erhältlich. Ulrich Höllrigl, Hauptabteilungsleiter im Südtiroler Bauernbund, hat das Projekt des Südtiroler Bauernbundes geleitet. 


Informationen und Vormerkung:
Südtiroler Bauernbund, Tel. 0471 999354, christoph.falkensteiner@sbb.it