Bauernbund | 22.02.2009

Wertschätzung der Südtiroler Produkte in Südtirol steigern!

Südtirol ist weltweit bekannt für seine Qualität. Wird diese denn auch von den Südtirolern selbst genügend erkannt? Tatsache ist, dass relativ wenig öffentliche Werbemittel dafür verwendet werden, um für die heimischen Produkte auf dem heimischen Markt zu sensibilisieren. Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten sollten die Wertschätzung für Südtiroler Produkte, für Südtirol als Urlaubs- und Einkaufsort bei den Südtirolern erhöht werden. Dies hat nichts mit Protektionismus zu tun, Tatsache ist ganz einfach, dass jeder Euro, welcher nicht aus Südtirol abfließt das Einkommen der Südtiroler erhöht.

Der Wein mag ein gutes Beispiel sein: 50% des Südtiroler Weines wird in Südtirol getrunken. Eine Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung und Betriebe für die eigenen Produkte ist durchaus mit dem Bekenntnis zum international freien Warenaustausch vereinbar. Tatsache ist, dass im Verhältnis zur Bedeutung des lokalen Marktes verhältnismäßig wenig öffentliche Mittel für die Werbung in Südtirol selbst verwendet werden: Der Gesamtumsatz der Südtiroler Wirtschaft beträgt 22.950 Mio. Euro. Davon werden 47% in Südtirol selbst erzielt, 19% im Ausland und 34% auf dem nationalen Markt.
Die Marketingausgaben für die Südtiroler Produkte (vorwiegend für Lebensmittel) und für das Land Südtirol (Tourismuswerbung ), welche im wesentlichen von der öffentlichen Hand getätigt werden, betragen 30,4 Mio. und teilen sich folgendermaßen auf: 14% der Marketingmittel entfallen auf Südtirol selbst, 58% auf das Ausland und 28% auf den nationalen Markt. Damit wird deutlich, dass im Vergleich zum Exportvolumen (19% des Umsatzes), überdurchschnittlich viel für Marketingmaßnahmen im Ausland (58% der Marketingausgaben) ausgegeben wird (differenziert nach Produkten). Mag auch die Gegenüberstellung dieser Daten mit Vorsicht zu interpretieren sein, zumal die Struktur der verwendeten Mittel nicht jener der Umsätze entspricht. Dennoch wird deutlich, dass der Vermarktung der einheimischen Produkte auf dem lokalen Markt ein größeres Augenmerk geschenkt werden müsste. Zum einen gilt, dass jeder Euro, welcher nicht aus Südtirol abfließt, einen volkswirtschaftlichen Gewinn darstellt.

Zum zweiten bringt eine Aufwertung der regionalen Kreisläufe eine Reduzierung der Umweltbelastung mit sich.
Handelskammerpräsident On. Dr. Michl Ebner unterstreicht: „Auf dem heimischen Markt gibt es noch Potential, deshalb haben wir in unserem Anregungskatalog an die Landesregierung „Impulse 2013“ die Aufwertung der einheimischen Produkte in Südtirol selbst als einen wichtigen Punkt aufgenommen“.


Pressemitteilung des WIFO