Bauernbund | 12.02.2009

Der Neue

64 Prozent wählen Leo Tiefenthaler zum neuen Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes – Viele Herausforderungen warten

Bozen, 13. Februar 2009 - Er war der Favorit auf die Nachfolge von SBB-Obmann Georg Mayr: Heute hat die Klausurtagung des Südtiroler Bauernbundes den bisherigen Landesobmann-Stellvertreter Leo Tiefenthaler zum neuen Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes gewählt. Ihm zur Seite stehen die zwei Stellvertreter Seppl Lamprecht und Viktor Peintner. Die neue Führungsspitze hat sich für die nächsten fünf Jahre viel vorgenommen.

Leo Tiefenthaler ist der neue Obmann des Südtiroler Bauernbundes. Mit knapp 64 Prozent der Stimmen haben die Delegierten den Montaner Obst- und Weinbauer klar zum Obmann gewählt. Tiefenthaler, 48 Jahre und Vater von drei Kindern, war bisher Landesobmann-Stellvertreter des Bauernbundes und ist derzeit Obmann der Bauernbund-Weiterbildungsgenossenschaft sowie der Kellerei Tramin.
Zu den Stellvertretern haben die Delegierten Seppl Lamprecht und Viktor Peintner gewählt. Lamprecht erhielt 41 Prozent Zustimmung, Peintner 38 Prozent. Nicht gewählt wurde Hans Gasser mit 19 Prozent. Neuer Vertreter der Bergbauern ist Oswald Schwarz, der Vertreter der Ladiner ist Ferdinand Perathoner.
Leo Tiefenthaler folgt auf Georg Mayr, der nach 13 Jahren als Obmann und über 30 Jahre im Orts- und Bezirksbauernrat Bozen den Bauernbund verlässt. In seiner Abschiedsrede ließ Mayr die letzten 13 Jahre Revue passieren. „Schwerpunkte waren der Schutz des bäuerlichen Eigentums und das Enteignungsgesetz, die Überarbeitung der Höfekartei, der Ausbau des Zu- und Nebenerwerbs und die Absicherung der Wassernutzung.“
Sichtlich bewegt hat sich der neue Landesobmann für die Wahl bei den Delegierten bedankt. „Es ist eine große Ehre für mich, in den nächsten fünf Jahren die Interessen der über 20.000 bäuerlichen Familien zu vertreten. Ich werde mich mit vollem Einsatz für die Interessen der Milch-, Obst- und Weinbauern einsetzen.“
„Einer der Schwerpunkte wird die Absicherung des bäuerlichen Einkommens sein. Die Bauern sollen vom Produkterlös und dem Zu- und Nebenerwerb gut leben können. In der Berglandwirtschaft müssen wir Alternativen zur Milchwirtschaft aufzeigen und gezielt fördern“, stellte Leo Tiefenthaler klar. Ein Problem könnte es in der Obst- und Weinwirtschaft geben, da Rom bisher keine Mittel für die Hagelschutzprämien vorgesehen hat. „Hier müssen wir aktiv werden.“
Ein weiteres Anliegen ist ihm die Geschlossenheit des Bauernstandes. „Die Geschlossenheit und der Zusammenhalt der Bauern war immer eine unserer Stärken. Diese wollen wir auch in Zukunft weiter ausbauen.“ Gestärkt werden soll die Zusammenarbeit mit den bäuerlichen Organisationen Bauernjugend, Bäuerinnen und Seniorenvereinigung.
Ausbauen möchte Tiefenthaler die individuelle Betriebs- und Investitionsberatung für die bäuerlichen Familien und die soziale Absicherung der bäuerlichen Familien. „Viele Bauern leben heute von der Mindestpension. Wir müssen die Zusatzrente fördern. Wer das ganze Leben lang arbeitet, soll im Alter finanziell abgesichert sein“, so Lamprecht und Peintner.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Weiterbildung der bäuerlichen Bevölkerung. „Eine gute Aus- und Weiterbildung ist heute Voraussetzung, um einen Hof erfolgreich zu führen. Wir wollen unseren Mitgliedern jenes Wissen vermitteln, das ihnen ermöglicht, Chancen zu erkennen und zu nutzen.“
Ein Dorn im Auge ist der neuen Landesführung die Bürokratie. „Bauern sollen Bauern bleiben dürfen und nicht in der Bürokratie versinken. Hier werden wir einiges bewegen müssen“, machten Tiefenthaler, Peitner und Lamprecht aufmerksam. Auch in den nächsten Jahren ganz oben auf der Agenda wird der Schutz bäuerlichen Eigentums sein. „Das hat absolut Priorität. Allen muss klar sein, dass bäuerlicher Grund Privateigentum ist.“ Ein weiteres Anliegen: die Sicherung der Wasserversorgung. „Wir hoffen, dass noch heuer der Wassernutzungsplan verabschiedet wird und der Landwirtschaft damit das Wasser gesichert wird.“ Ein Schwerpunkt wird der Ländliche Raum werden. „Wir fordern einen Ausbau der Infrastruktur. Um das Image des Ländlichen Raumes zu heben, werden wir heuer eine PR-Kampagne durchführen.“