Bauernbund | 04.02.2009

Ländlicher Raum - Nachteile beseitigen

Bauernbund-Umfrage: Basis fordert Ausbau der Infrastrukturen – Telecom: Sammelklagen prüfen

Der Südtiroler Bauernbund fordert einen Ausbau der Infrastrukturen im Ländlichen Raum. Er stützt sich dabei auf eine Umfrage unter den Bauernbund-Ortsgruppen.

Während in den Städten die meisten Infrastrukturen gut funktionieren, seien in vielen Orten funktionierende Telefonverbindungen, schnelle Internetlinien und eine verlässliche Postzustellung ein Wunschdenken. Daher müsse verstärkt in die ländliche Infrastruktur investiert werden, um Nachteile auszugleichen.

Ein wochenlanger Verzicht auf das Telefon, langsame Internetverbindungen, verbesserungswürdige Mobilfunkverbindungen und schlecht organisierte Postdienste: Die Liste der Klagen ist lang.
„Wir haben eine landesweite Umfrage unter den SBB-Ortsgruppen vorgenommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Viele Dienstleistungen funktionieren schlecht oder überhaupt nicht“, ärgert sich Bauernbund-Landesobmann Georg Mayr.

Telefon
Eines der Hauptprobleme ist die Kommunikationsinfrastruktur. „Über die Hälfte der Befragten bemängelt einen funktionierenden Festnetzanschluss. Reparaturen würden zu lange dauern, die Telefonauskunft sei mangelhaft und oft nur einsprachig. Zudem wurden die hohen Kosten des Telefonanschlusses kritisiert“, berichtet Mayr.
Abhilfe könnte ein Ansprechpartner im Land schaffen, der die Probleme weiterleite und Klagen entgegennehme. „Zu prüfen ist, ob Sammelklagen gegen die Telefonanbieter möglich sind, sollten diese ihren Verpflichtungen nicht nachkommen und den Bürgern dadurch Schäden entstehen.“ Im Ulten- und Ahrntal, aber letzthin auch in Brixner Fraktionen hat es Probleme mit der Telecom gegeben.
Unzufrieden sind die Befragen aber auch mit der Wartung der Telefonleitungen. „Oft liegen die Leitungen am Boden, weil Telefonmasten umgeknickt sind. Dann dauert es Wochen, bis diese repariert werden.“
Zu prüfen sei, ob die Brennercom einen flächendeckenden Dienst gewährleisten könnte.
Besser bewertet wurden die Mobilfunkanbieter, obwohl es immer wieder Verbindungsschwierigkeiten gibt.

Internet-Zugang
Kritikpunkt Nummer zwei ist das Internet. „Viele bäuerliche Familien haben keinen Zugang zu den schnellen ADSL-Verbindungen. Aber gerade Urlaub auf dem Bauernhof-Anbieter sind auf schnelle und kostengünstige Verbindungen angewiesen. Ohne diese haben sie einen Wettbewerbsnachteil“, weiß Direktor Siegfried Rinner. Hier sei das Land gefordert, den versprochenen flächendeckenden Ausbau voranzutreiben.

Post
Ähnliche Probleme gebe es mit den Postämtern: Kurze Öffnungszeiten, wenig Personal, geschlossene Postämter bei Krankheit der Postbeamten und die nicht tägliche oder zu späte Postzustellung ärgern viele Bewohner. „Wir fordern, dass die Postverwaltung zum Land kommt. Dann hoffen wir, dass die Dienste besser funktionieren und eine tägliche Postzustellung gewährleistet werden kann“, sagt Georg Mayr.

Öffentlicher Nah- und Schülertransport
Relativ gut abgeschnitten haben in der Umfrage der öffentliche Nahtransport und der Schülertransport. „Zu verbessern ist die Abstimmung mit dem überregionalen Nahverkehr und Anzahl der Fahrten“, so Mayr. Bei den Schülertransporten fordern die befragten Ortsgruppen kürzere Wartezeiten für die Schüler, den gemeinsamen Transport von Kindergartenkindern und Grundschülern sowie kindergerechte Haltestellen.

Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung
„Gut funktionieren im Ländlichen Raum Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, auch wenn die Kosten in einigen Gemeinden dafür hoch sind und nicht alle Höfe angeschlossen sind“, berichtet Siegfried Rinner.
Sehr positiv bewertet wurden die öffentliche Nahversorgung, das ärztliche Angebot und die Bankdienstleistungen, ebenso die Müllentsorgung. Beim Zustand der Straßen und Wege war die Meinung zweigeteilt. „Etwa die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr Geldmittel für die Instandhaltung der Wege“, so Mayr.