Bauernbund | 15.01.2009

Bauernbund begrüßt Hilfsmaßnahmen für Milchsektor

Gute Nachricht für die Südtiroler Milchwirtschaft: EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel hat angekündigt, durch Exporterstattungen und eine verstärkte Intervention dem dramatischen Preisverfall bei Milchprodukten entgegenzuwirken. Zudem wird derzeit in Brüssel an einem Maßnahmenpaket zugunsten der Berglandwirtschaft gearbeitet.

Der Südtiroler Bauernbund begrüßt die überraschende Ankündigung der EU-Kommissarin Mariann Fischer-Boel, angesichts der dramatisch gesunkenen Preise für Milchprodukte Exporterstattungen und Interventionen einzuführen. „Diese Maßnahmen werden den Milchmarkt kurzfristig stabilisieren und einen weiteren Preisverfall verhindern. Was wir aber brauchen, sind langfristige Sicherheiten - vor allem für die Milchwirtschaft im Berggebiet. Und wie aus höchsten Brüsseler Kreisen zu hören ist, arbeitet die Kommission bereits an einem Maßnahmenpaket für die Berglandwirtschaft“, freut sich Bauernbund-Obmann Georg Mayr, der sich derzeit auf der Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“ in Berlin befindet. Mittlerweile habe auch Mariann Fischer Boel erkannt, dass die Berglandwirtschaft Hilfe benötige. „Auf der „Grünen Woche“ hat sie erklärt, dass es sich Europa nicht leisten könne, Bergbauern zu verlieren. Denn wenn jemand erst einmal die Milchproduktion aufgegeben habe, kehre er nie wieder zurück. Das ist eine klare Aussage der Kommissarin“, so Mayr.
Wie das „Bergbauernpaket“ aussehen könnte, ist derzeit nicht bekannt. Klar ist hingegen, wie die angekündigten kurzfristigen Maßnahmen aussehen. „Sofern der Rat zustimmt, sollen noch nächste Woche die im Juni 2007 ausgesetzten Exporterstattungen für Butter, Käse, Vollmilch- und Magermilchpulver wieder eingesetzt werden. Die Beihilfen für den Export von Agrarprodukten sind nötig, da die Weltmarktpreise unter den europäischen Interventions- und Marktpreisen liegen. Damit kann die EU auf dem Weltmarkt nicht länger mit anderen Anbietern konkurrieren“, erklärt Mayr. Zudem werden von März bis August 30.000 Tonnen Butter und 109.000 Tonnen Magermilchpulver zu einem festgelegten Preis gekauft. Bei Bedarf könnten aber auch weitere Mengen über ein Ausschreibungsverfahren übernommen werden. Finanziert werden die Maßnahmen durch ungenützte Mittel im Agrarhaushalt. Mariann Fischer-Boel ist überzeugt, damit den Milchmarkt zu stabilisieren. „Jetzt ist die Zeit gekommen, diese Instrumente wiederzubeleben. Die Überproduktion in Neuseeland, der hohe Euro-Kurs und die Finanzkrise haben dem Milchmarkt arg zugesetzt. Die Maßnahmen sind nun unsere Antwort auf die Krise.“