Bauernbund | 14.12.2008

Tirols Bauern zeigen in schwierigen Zeiten Geschlossenheit

In den letzen Wochen und Monaten waren Bauernbund-Obmann Anton Steixner und der gesamte Bauernstand von Oppositionspolitiker und Teilen der Medien massiv angegriffen worden. Auf dem Landesbauerntag, der Vollversammlung des Tiroler Bauernbundes, haben die Bauern aber mehr denn je Geschlossenheit und Stärke gezeigt und ihrem Obmann mit 99 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Sichtlich verärgert, aber auch verunsichert, waren die über 500 Teilnehmer auf dem Landesbauernrat vergangenen Samstag in Innsbruck. Und auch Obmann Anton Steixner war eine gewisse Verunsicherung anzumerken. Immerhin hatte Fritz Dinkhauser den Bauernstand wochenlang heftig attackiert und die Bauern als Bauernmillionäre, Furchenadel und Bauernmafia bezeichnet.
Als Reaktion auf die Angriffe durch die Liste Dinkhauser und einige Medien sowie als Anerkennung für die geleistete Arbeit, zeigten die Tiroler Bauern eine beeindruckende Geschlossenheit und bestätigten Steixner mit 99 Prozent der Stimmen als Tiroler Bauernbund-Obmann. „Dieses Ergebnis gibt neue Kraft“, bedankte sich Steixner bei den Delegierten. Stellvertreter Hubert Moosbrugger erhielt 97 Prozent der Stimmen.

„Misstrauensantrag gegen den gesamten Bauernstand“
Scharf verurteilt hat Landeshauptmann-Stellvertreter und Tiroler Bauernbund-Obmann Anton Steixner in seiner Rede die Kritik am Bauernstand. „Wenn ich etwas für den Nahverkehr tue, werde ich gelobt, tue ich etwas für die Bauern, werde ich geschimpft.“ Er werde weiterhin bäuerliche Interessen vertreten, denn: „Im Zweifel ist es mir lieber, ich habe ein paar Prozent weniger Sympathie, aber dafür für das Land und für die Bauern etwas erreicht.“ Der Kritik von Steixner schloss sich auch Landeshauptmann Günther Platter an. „Was in Tirol in den letzten Wochen passiert ist, ist eine noch nie dagewesene Hetzkampagne gegen den Bauernstand. Die Bauern als Täter darzustellen, ist eine Frechheit. Ich frage mich, was Tirol ohne seine vielen fleißigen Bauern wäre.“ Demonstrativ stellte sich Platter hinter Steixner und die Bauern. „Zwischen Toni und mir passt kein Blatt Papier. Wer Anton Steixner attackiert, bekommt es mit mir zu tun“, warnte der Landeshauptmann. Und auch der frühere Landeshauptmann Herwig van Staa hob die Leistungen der Bauern hervor. „Ohne Bauern würde es keine ländliche Infrastruktur und keinen erfolgreichen Tourismus geben. Der Bauernstand ist etwas ganz Besonderes. Den Bauernstand zu erhalten, heißt, die Lebensgrundlage in Tirol zu erhalten.“ Die Kampagne gegen die Bauern sei ein Misstrauensantrag gegen den gesamten Bauernstand.

„Kämpfer für den Ländlichen Raum“
Als seine größte Leistung bezeichnete Steixner mit Blick auf die abgelaufene Amtsperiode die Einführung der Weideprämie, einer Tierschutzmaßnahme, die es nur in Tirol, Vorarlberg und Kärnten gibt. Unter seiner Obmannschaft soll sich der Tiroler Bauernbund aber nicht nur für landwirtschaftliche Anliegen einsetzen. „Der Bauernbund muss Kämpfer für die Bauern und Kraft für den ländlichen Raum sein“, so Steixner zur strategischen Ausrichtung. Die größte Herausforderung in den nächsten Jahren wird die Absicherung der Milchproduktion im Berggebiet sein. „Mit dem Fall der Milchquote wird der Milchpreis nochmals sinken“, macht sich Steixner keine Illusionen und appelliert an den neuen Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich, sich intensiv für einen vollen Ausgleich auf EU- und Bundesebene einzusetzen. Berlakovich weiß: „Die Quote ist abgeschafft. Wir müssen uns darauf einstellen. 2013 kommt die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik. Dort müssen wir uns richtig positionieren, auch für das Berggebiet.“

Teller, Trog, Tank
Daneben will sich Berlakovich für die Lebensmittelproduktion, den Klimaschutz und die Bioenergie einsetzen und Österreich gentechnikfrei halten. Was die Konkurrenz zwischen Lebensmittel- und Energieproduktion anlangt, hat Berlakovich klare Vorgaben: „Zuerst den Teller decken, dann den Trog anfüttern und erst zuletzt den Tank füllen.“