Bauernbund | 21.09.2008

Milchwirtschaft auf härteren Wettbewerb vorbereiten

Die Milchwirtschaft wird in den nächsten Jahren den größten Herausforderungen unterworfen sein. Gerade deshalb ist es wichtig, sich mit der richtigen Strategie auf den Absatzmärkten zu behaupten. Mit welcher Strategie die Südtiroler Milchwirtschaft die zukünftigen Herausforderungen meistern will und wie der Ausblick auf dem Milchmarkt ist, hat der Obmann des Sennereiverbandes Südtirol Joachim Reinalter (im Bild unten) dem Landesbauernrat vorgestellt.

Die knapp 5.700 Milchbauern haben 2007 an die 376 Mio. kg Milch angeliefert. Damit ist die Milchwirtschaft nach wie vor ein wichtiges Standbein der heimischen Landwirtschaft. Aber auch bei der Milchwirtschaft ist ein Strukturwandel festzustellen. „Die Zahl der Milchwirtschaftsbetriebe nimmt kontinuierlich ab, die Milchanlieferung ist trotzdem – mit Ausnahme von 2007 – angestiegen“, erklärt der Obmann des Sennereiverbandes Südtirol Joachim Reinalter. Ein deutliches Plus von über 25 % weist 2007 die Topfen-, Ricotta- und Mascarpone-Produktion auf. Auch die Joghurt- und Sahneherstellung sowie die Bereitstellung von Biomilch ist angestiegen. „In der Veredelung der Produkte liegen in den nächsten Jahren die größten Chancen“, ist Reinalter überzeugt. Vor allem aber müsse die heimische Milchwirtschaft von der weltweit steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen profitieren, auch wenn die Preissteigerungen von einem Konsumrückgang gebremst würden. „Ziel der heimischen Milchwirtschaft muss ein gesundes Wachstum sein“, so Reinalter. Um weiterhin am Markt zu bestehen, sind eine konstant hohe Qualität und gezielte Marketingmaßnahmen besonders auf dem italienischen Markt unverzichtbar. SBB-Obmann Georg Mayr sichert Reinalter im Bezug auf Marketingmaßnahmen seine Unterstützung zu. Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner regte an, verstärkt auf Innovation zu setzen. „Bei Forschung und Entwicklung und besonders in der Produktinnovation besteht noch Nachholbedarf“, so Rinner.

Wichtige Wahlen stehen bevor
Zufrieden mit der Unterstützung der bäuerlichen Kandidaten durch den Südtiroler Bauernbund zeigte sich Obmann Georg Mayr. „Wir haben im Landesbauernrat vor einigen Monaten beschlossen, fünf Kandidaten zu unterstützen. Entsprechende Broschüren sind bereits gedruckt und werden nun schrittweise verteilt. Bis zum 3. Oktober werden die Tiroler Bauernkalender in die Bezirksbüros geliefert. Zusammen mit diesen sollten dann die Folder verteilt werden“, so Mayr. Zudem würde eine Broschüre über den Ländlichen Raum der Tageszeitung „Dolomiten“ beigelegt.
Neben den Landtagswahlen hat sich der Landesbauernrat mit den SBB-Wahlen beschäftigt, die nach der Landtagswahl anstehen. Bis zum 24. Oktober sollten die Listen mit den Kandidaten in den Bezirksbüros hinterlegt werden. Die Wahl der Bauernbund-Ortsgruppen ist für den 7. Dezember geplant. In der Folge werden die Bezirksbauernräte gewählt, auf der Klausurtagung Anfang Februar in Terlan werden dann die zu wählenden Mitglieder des Landesbauernrates ernannt. „Die Ortsgruppen sollten sich bereits jetzt mit den Wahlen beschäftigen, damit die Listen möglichst pünktlich abgegeben werden“, appellierte Obmann Mayr an den Landesbauernrat. Die Wahl müsse ernst genommen werden, immerhin würde der Ortsbauernrat die Interessen der Landwirtschaft in den Dörfern vertreten.