Bauernbund | 13.07.2008

Herausforderungen können wir nur gemeinsam meistern

Bauernbund präsentiert Wahlprogramm – Umsetzung in den nächsten fünf Jahren

Ein anspruchsvolles Programm wollen die Landtags-Kandidaten des Südtiroler Bauernbundes Luis Durnwalder, Hans Berger, Maria Hochgruber Kuenzer, Rosa Zelger Thaler und Seppl Lamprecht in der nächsten Legislaturperiode für die Landwirtschaft umsetzen. Im Mittelpunkt des Wahlprogramms, das der Südtiroler Bauernbund zusammen mit den bäuerlichen Kandidaten ausgearbeitet hat, stehen die bäuerliche Familie, die Jugend, die Aus- und Weiterbildung, Kultur und Brauchtum sowie der Ländliche Raum und das bäuerliche Eigentum.

Ein besonderes Anliegen ist den fünf bäuerlichen Landtagskandidaten und dem Südtiroler Bauernbund die bäuerliche Familie. „Die bäuerliche Familie ist das Rückgrad und der Kern des bäuerlichen Lebens. Funktioniert die Familie, funktioniert meist auch der landwirtschaftliche Betrieb. Daher wird die bäuerliche Familie im Mittelpunkt zahlreicher Maßnahmen in den nächsten fünf Jahren und darüber hinaus stehen“, prophezeit Bauernbund-Obmann Georg Mayr. Ein Ziel müsse sein, das Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dazu solle unter anderem das Kinder- und Familiengeld erhöht und die Kinderbetreuung am Bauernhof als Dienstleistung anderen Kinderbetreuungsformen gleichgestellt werden. Zudem müsse die Rente für den Betriebsinhaber und die mitarbeitenden Familienmitglieder auch im Alter ein würdiges Leben und Auskommen sichern. Da dafür die staatliche Rente nicht reicht, müsse der Aufbau einer Zusatzrente gefördert werden.

Die bäuerliche Familie stärken
Neben wirtschaftlichen Maßnahmen werden sich die Kandidaten aber auch für soziale Belange der bäuerlichen Familie stark machen. „Ein Ziel der Bauernbundes ist es, die Belastung für bäuerliche Familien zu reduzieren. Zur Stärkung der Familie soll eine bäuerliche Familien- und Lebensberatung und ein Betriebshelferdienst aufgebaut werden, der Druck von den Familien nehmen soll. Anreize für Kooperationen und Zusammenarbeit sollen geschaffen werden, weiters sollen Betriebsleiter mehr Beratung erfahren“, fasst Georg Mayr die Maßnahmen für die bäuerlichen Familien zusammen. Der Zu- und Nebenerwerb soll ebenfalls gefördert werden.
Neben den Familien kann die Jugend in der nächsten Amtsperiode auf zahlreiche Maßnahmen des Landtages hoffen. „Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, die es den Jugendlichen ermöglichen, die landwirtschaftlichen Betriebe weiterzuführen. Deshalb fordern wir einen Ausbau der Junglandwirteförderung und Bürokratieabbau“, erklärt Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner, der sich auch eine größere Mitbestimmung für die Jugend in politischen Gremien wünscht.

Aus- und Weiterbildungswege erweitern
Die Aus- und Weiterbildung ist ein weiteres Kernthema. Geplant ist, die landwirtschaftliche Grundausbildung weiter zu stärken und den Wechsel von den Fachschulen für Land- und Hauswirtschaft in die Oberschulen zu vereinfachen. Um die Attraktivität der Fachschulen zu steigern, soll die Möglichkeit der Berufsmatura geboten werden. „Neben der Durchlässigkeit von den Fachschulen zu den Oberschulen ist uns die Zweiberuflichkeit ein großes Anliegen. Die Kombination von landwirtschaftlicher Grundausbildung und handwerklicher Ausbildung erhöht die Chancen der Jungbauern am Arbeitsmarkt und eröffnet gleichzeitig neue Einkommensmöglichkeiten am Hof“, so Mayr.

Bauern als Lebensmittelproduzenten stärken
Die Produktion von hochwertigen heimischen Lebensmitteln ist die Hauptaufgabe der Landwirtschaft und bringt den landwirtschaftlichen Betrieben das nötige Einkommen. Um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produkte zu sichern, muss die Vermarktung dieser Produkte gezielt gefördert werden. „Markenaufbau, Marketingmaßnahmen, Herkunfts- und Qualitätssicherung und damit verbunden, verstärkte Bemühungen seitens der landwirtschaftlichen Vermarkter um Marktanteile, sind zu unterstützen. Besonderes Augenmerk muss auch weiterhin auf die Genossenschaften und ihre Vereinigungen gelegt werden, die den größten Teil der bäuerlichen Produkte vermarkten“, sagt Siegfried Rinner. Zudem müsse die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen landwirtschaftlichen Sektoren und jene mit den Touristiker und Gastwirten gefördert werden. Ein Hauptanliegen bleibt nach wie vor die Berglandwirtschaft, die besonderer Anstrengungen bedarf.

Bäuerliches Eigentum sichern
Mit Nachdruck sollen in den nächsten fünf Jahren die Themen Eigentum und Ländlicher Raum angegangen werden. „Die landwirtschaftlichen Produktionsflächen sind die Lebensgrundlage der bäuerlichen Betriebe. Daher sind Grund und Boden besonders zu schützen und von unnötigen Auflagen zu befreien“, so Mayr. Nicht jedes private oder öffentliche Interesse dürfe über den Erhalt der Flächen als landwirtschaftliche Nutzflächen gestellt werden. Die Frage der Haftung und Entschädigung bei der Nutzung von bäuerlichem Grund für Freizeitaktivitäten müsse ein für allemal geklärt werden. Zudem sollen Eigentümer für die Enteignung für Telekommunikationsanlagen und ähnliche Einrichtungen eine besondere Entschädigung erhalten. Nach wie vor ein Hauptanliegen ist dem Südtiroler Bauernbund die Gewässernutzung. „Der Landwirtschaft muss genügend Wasser zur Verfügung stehen. Auf keinem Fall dürfen historische Wasserrechte zum Nachteil der Landwirtschaft abgeändert werden“, unterstreicht SBB-Obmann Georg Mayr.

Die Zukunft wohnt auf dem Land
Eine zentrale Rolle kommt in den nächsten Jahren dem Ländlichen Raum zu. „Die Lebensqualität und die wirtschaftlichen Aussichten im Ländlichen Raum sind für die Landwirtschaft von größter Bedeutung. Unsere Vertreter im Landtag und in der Landesregierung setzen sich seit jeher für die Stärkung der Wirtschaft auf dem Land ein. Um den Ländlichen Raum attraktiv zu halten, müssen die Infrastrukturen wie Post- und Telekommunikationsdienste weiter verbessert werden“, so Mayr. Dienstleistungen, die die Bäuerinnen und Bauern im Rahmen des Maschinenrings übernehmen können, sollen diese ohne größeren Aufwand ableisten können.

Kultur, Heimat, Brauchtum und Identität betonen
Als Träger des kulturellen Erbes kommt den Bäuerinnen und Bauern eine besondere Rolle zu. Die Kandidaten des SBB werden sich auch in den nächsten fünf Jahren für den Erhalt des Kultur- und Heimatbewusstsein und die Pflege von Tiroler Traditionen und Bräuchen einsetzen. Ebenso soll die Ortsnamensfrage geklärt werden. Zudem werden sie darauf achten, dass die Zuwanderung nicht zu Lasten der Qualität in den Schulen und Kindergärten geht.


Bildtext: die bäuerliche Familie soll in den nächsten fünf Jahren und darüber hinaus, im Mittelpunkt zahlreicher Maßnahmen stehen