Bauernbund | 04.06.2008

„Landwirtschaft von unnötiger Bürokratie befreien„

Eine Reihe von Vereinfachungen und Erleichterungen für die Landwirtschaft im Berggebiet fordert der Südtiroler Bauernbund von der neuen italienischen Regierung. Einen entsprechenden Maßnahmenkatalog hat der SBB heute in Seis vorgestellt. Unterstützung kommt dabei von den Südtiroler Parlamentariern Siegfried Brugger, Manfred Pinzger und Helga Thaler Ausserhofer sowie vom Präsidenten des italienischen Bauernverbandes Confagricoltura, Federico Vecchioni.

Unnötige Bürokratie abbauen und neue vermeiden: Das ist das Ziel eines Maßnahmenkataloges des Südtiroler Bauernbundes. Eine der Forderungen betrifft die Mehrwertsteuer. „Derzeit werden bei Bauvorhaben in der Landwirtschaft drei verschiedene Steuersätze (4 %, 10 %, 20 %) angewandt. Wir möchten der Einfachheit halber nur mehr einen Steuersatz von 10 % für jede Art von Bautätigkeit“, erklärte Bauernbund-Obmann Georg Mayr. Ebenso fordert der SBB die Abschaffung der Kunden-Lieferanten-Liste und eine Vereinfachung der derzeit geltenden Bestimmungen im Bereich Arbeitssicherheit. „Die Verpflichtungen für die Arbeitgeber müssen reduziert werden. Besonders aber fordern wir die Abschaffung der verpflichtenden Meldung der Arbeitsunfälle für statistische Zwecke. Strafen bei Vergehen sollen auf ein vernünftiges Maß reduziert werden“, so Mayr.

Ein großes Anliegen ist dem Südtiroler Bauernbund die Neuregelung der gelegentlichen Mitarbeit bzw. die Saisonarbeit in der Landwirtschaft. „Die Landwirtschaft benötigt für die Ernte viele Fremdarbeitskräfte, die aber nur sehr kurze Zeit beschäftigt werden. Die Beschäftigung dieser Fremdarbeitskräfte muss mit weniger bürokratischem Aufwand möglich sein. Daher sind kurzzeitige Arbeitsverhältnisse von einem Großteil der derzeit vorgesehenen Verpflichtungen zu befreien. Um die Beiträge im Bereich Steuern und Vorsorge zu sichern, sollen Forfait-Zahlungen vorgesehen werden“, so Mayr. Neu geregelt werden soll auch der Weiterverkauf von landwirtschaftlichen Produkten, die nicht vom eigenen Hof stammen. „Betriebe sollen die Möglichkeit haben, hoffremde landwirtschaftliche Produkte zu verkaufen. Das fördert einerseits die Zusammenarbeit zwischen den Betrieben und ermöglicht andererseits eine Spezialisierung auf bestimmte Produktgruppen. Die Umsatzgrenze von 5.000 Euro garantiert, dass der Verkauf der eigenen Produkte vorwiegend bleibt und der Verkauf hoffremder Produkte nur eine Nebentätigkeit darstellt“, begründete Mayr die Forderung.

Unterstützung für die Wünsche des SBB kommt von den Parlamentariern Siegfried Brugger und Helga Thaler Ausserhofer. Einige der Forderungen sind bereits als Gesetzesvorschläge in Rom eingereicht worden. Und auch Federico Vecchioni, der Präsident des italienischen Bauernverbandes Confagricoltura, trägt die Forderungen des SBB mit. „Auch wir fordern, dass die Bauern von unnötiger Bürokratie befreit werden. Es darf nicht sein, dass Bauern mehr Zeit am Schreibtisch verbringen statt auf den Feldern.“