Bauernbund | 06.05.2008

Bauernbund wirbt bei Hundehaltern um Verständnis

Aktion gegen Verunreinigung der Wiesen mit Hundekot – Sensibilisierung statt Verbote

Nicht gegen Hundehalter und ihre Hunde, sondern um Verständnis für die Anliegen der Grundbesitzer wirbt der Südtiroler Bauernbund mit einer neuen Kampagne. Der Grund: In der letzten Zeit häufen sich die Klagen der Grundeigentümer über die Verschmutzung der Felder und Wiesen mit Hundekot. Der Südtiroler Bauernbund möchte mit einer Sensibilisierungskampagne vor allem auf die gesundheitlichen Risiken aufmerksam machen.

Besonders in der Nähe von Städten und größeren Ortschaften sowie entlang von Wander- und Spazierwegen werden landwirtschaftlich genutzte Flächen regelmäßig als Hundeklo „missbraucht“. „Die Bauern müssen bei der Produktion unserer qualitativ hochwertigen Lebensmittel strenge hygienisch-sanitäre Auflagen beachten. Eine Verschmutzung der Grünland-, Obst- und Weinbau- sowie Gemüseanbauflächen können wir deshalb nicht akzeptieren. Das schadet dem Image und der Qualität der Produkte“, erklärt Bauernbund-Obmann Georg Mayr auf eine Pressekonferenz in Brixen. Er verstehe die Aktion nicht als Schikane gegen die Hundehalter, sondern als Aktion für mehr Lebensmittelsicherheit. Der Südtiroler Bauernbund hat Hinweisschilder angefertigt, die auf das Problem Hundekot aufmerksam machen sollen und die Anliegen der Grundeigentümer unterstreichen. Die Schilder können von den Ortsobmännern in den SBB-Bezirksbüros angefordert und sollen an die interessierten Grundeigentümer weitergegeben werden. „Hand aufs Herz: Welcher Private möchte, dass in seinen Hausgarten oder in seiner Liegewiese vor dem Haus Hunde frei herumlaufen und die Flächen mit Hundekot verschmutzen. Wir fordern aber keine Verbote, sondern wir möchten die Hundehalter über die Risiken aufklären, die nicht unerheblich sind“, erklärt Georg Mayr und Bauernbund-Bezirksobmann Konrad Obexer. Ganz abgesehen von hygienischen Gründen stelle Hundekot eine Gefahr für Mensch und Tier dar. Das bestätigt auch Ernst Stifter, der stellvertretende Leiter des Landestierärztlichen Dienstes. „Studien belegen, dass durch Hundekot Krankheiten und Parasiten übertragen werden. So können Spülwürmer auf Menschen übertragen werden. Nehmen Rinder Hundkot über das Gras auf, kann das zu Fehlgeburten führen.“
Daher appellierte auch Stifter an die Adresse der Hundehalter, Hunde nicht auf landwirtschaftlich genutzte Flächen frei laufen zu lassen. Für Bauernbund-Obmann Georg Mayr seien aber auch die Gemeinde gefordert. „Sie können durch Verordnungen den Hundeauslauf regeln. Allerdings bevorzugen wir Sensibilisierungsmaßnahmen, die es in einigen Gemeinden bereits gibt.“ Seit Herbst beispielsweise wirbt die Gemeinde Brixen bei den Hundehaltern um mehr Verständnis und Respekt. „Wir haben sehr viele Beratungsgespräche geführt und so versucht, die Hundehalter zu sensibilisieren. Gleichzeitig haben wir eine Reihe von „Gassi-Automaten“ aufgestellt“, erklärt die Brixner Stadträtin Paula Bacher Marcenich. Für die Gemeinde Brixen würde das mehr bringen als Verbote und Strafen.