Steuerberatung | 06.03.2007

Ausstellen der Steuerquittung bzw. des Kassenbeleges

Die Verpflichtung zur Ausstellung von Steuerquittungen bzw. von Kassenbelegen hängt bei Landwirtschaftsbetrieben vom MwSt.-System und von der Art der verkauften Produkte ab.

Landwirtschaftsbetriebe im Pauschalsystem
Landwirtschaftsbetriebe im Pauschalsystem, welche ausschließlich ihre eigenen landwirtschaftlichen Produkte direkt an den Endverbraucher verkaufen, müssen keine Steuerquittung ausstellen. Werden jedoch auch andere Produkte angeboten, besteht für den Verkäufer die Verpflichtung, Steuerquittungen auszustellen.
Zu den landwirtschaftlichen Produkten zählen alle Produkte, welche in der Tabelle A1, DPR 633/1972 angeführt sind, und für welche der Betrieb den Kompensierungssatz beanspruchen kann. Dies sind zum Beispiel Obst, Gemüse, Frischmilch, Eier, Butter, Käse.
Die weiterverarbeiteten landwirtschaftlichen Produkte sind nicht in dieser Tabelle angeführt. Für diese muss eine Steuerquittung ausgestellt werden. Als Beispiel können Marmeladen, Fruchtsäfte, Apfelsaft, Schnaps, Speck, Würste genannt werden.

Landwirtschaftsbetriebe im Normalsystem
Befindet sich der Landwirtschaftsbetrieb im Normalsystem muss dieser bei Detailverkäufen an Endverbrauchern für alle Produkte einen Kassenbeleg oder eine Steuerquittung ausstellen.

Von der Registerführung befreite Betriebe
Diese Betriebe sind von der Rechnungslegung befreit und müssen beim Verkauf ihrer Produkte an den Endverbraucher keine Steuerquittung ausstellen.
Damit der Landwirtschaftsbetrieb am Jahresende kontrollieren kann ob er für das Folgejahr weiterhin von der Registerführung befreit ist, empfehlen wir dem Betrieb ein Tagesinkassoregister nach Art der verkauften Produkte zu führen. Beispiel: eine Spalte für den Verkauf von Frischmilch, eine weitere Spalte für den Verkauf von Käse, …

Urlaub auf dem Bauerhof
Auch Urlaub auf dem Bauerhof-Betriebe müssen für sämtliche Einnahmen eine Steuerquittung, einen Kassenbeleg oder eine Rechung ausstellen.
Sofern vom Kunden verlangt, muss an Stelle der Steuerquittung oder des Kassenbeleges eine Steuerrechung ausgestellt werden!

Betriebsschließung bei Nichtausstellung von Kassenbelegen
Wird der Kassenbeleg bzw. der Steuerbeleg drei Mal nicht ausgestellt, kann die Finanzpolizei die Handelstätigkeit des Betriebes am selben Tag einstellen.

Mit dem Begleitgesetz zum Haushaltsgesetz 2007 wurden die Strafen für die Nicht-Ausstellung des Steuerbeleges bzw. des Kassenbeleges verschärft. Wird der Kassenbeleg bzw. der Steuerbeleg in einem Zeitraum von fünf Jahren drei Mal nicht ausgestellt, kann die Finanzpolizei die Handelstätigkeit für einen Zeitraum zwischen drei Tagen und einem Monat einstellen. Die Betriebsschließung kann bei der Dritten Übertretung vorgenommen werden, auch wenn alle drei Verstöße bei derselben Kontrolle festgestellt worden sind. Überschreitet der Gesamtwert der nicht ausgestellten Belege den Betrag von 50.000 € erhöht sich der Zeitraum der Schließung der Handelstätigkeit auf einen bis 6 Monate.