Steuerberatung | 14.12.2006

Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten

Für Steuerpflichtige besteht die Möglichkeit, von der Einkommenssteuer der natürlichen Personen einen Absetzbetrag von 36 Prozent für die vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2007 verausgabten Kosten für Wiedergewinnungsarbeiten an Wohnhäusern abzuziehen.

Die Ausgabenhöchstgrenze für die Berechnung der Steuerabsetzung beträgt 48.000 €. Sie kann für jede Wohneinheit, an der Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden, beansprucht werden.

Arbeiten, für welche die Begünstigung zusteht
Die Steuerabsetzung kann für jene Spesen, welche für die Durchführung von außerordentlichen Instandhaltungs- und Restaurierungsarbeiten sowie für die bauliche Umgestaltung einzelner Wohneinheiten getragen wurden, beansprucht werden.
Für ordentliche Instandhaltungsarbeiten steht die Steuerabsetzung nur dann zu, wenn sie gemeinschaftliches Eigentum des Wohngebäudes betreffen. Werden ordentliche Instandhaltungsarbeiten am privaten Eigentum ausgeführt, besteht kein Anspruch auf die Steuerabsetzung.

Ordentliche Instandhaltungsarbeiten
Arbeiten zur ordentlichen Instandhaltung umfassen Instandsetzen, Auffrischen und Erneuern des Verputzes der Gebäude sowie notwendige Arbeiten, um die vorhandenen technischen Anlagen funktionsfähig zu erhalten (Reparaturarbeiten, Austausch der Fußböden, der Türen und der Fenster).

Außerordentliche Instandhaltungsarbeiten
Diese Arbeiten sind notwendig um Gebäudeteile - auch tragende Elemente oder solche, welche die Struktur des Gebäudes betreffen - zu erneuern oder auszutauschen, oder um hygienisch-sanitäre und technische Anlagen zu errichten oder zu ergänzen. Dabei dürfen das Volumen, die Nutzfläche sowie die Zwecksbestimmung der einzelnen Gebäude nicht geändert werden (Ausbesserung und Austausch des Daches, Bau von Innentreppen).

Sanierungsarbeiten
Unter diesen Bereich fallen jene Maßnahmen, die dazu dienen, die Wohnungseinheit zu erhalten und ihre Funktionstätigkeit zu sichern. Gemeint sind aufeinander abgestimmte Bauarbeiten, die eine Verwendung der Gebäude unter Berücksichtigung ihrer Charakteristik und Struktur ermöglichen. Diese Arbeiten umfassen die Befestigung, die Wiedergewinnung und die Erneuerung der Hauptelemente der Gebäude, den Einbau von Nebenelementen und Anlagen, die zur Benützung notwendig sind.

Bauliche Umgestaltung
Die Arbeiten zur baulichen Umgestaltung können zu einer vollständigen oder teilweisen Veränderung des Gebäudes in äußerer Form, Fläche, Dimensionen und Art führen. Diese Arbeiten umfassen die Wiederherstellung oder den Austausch einiger Hauptteile des Gebäudes sowie das Entfernen, das Ändern und den Neueinbau von Elementen und Anlagen.

Die Begünstigung kann auch für folgende Arbeiten beansprucht werden:
* Bau oder Kauf von Autogaragen
In diesem Fall ist die Steuerabsetzung auf die Herstellungskosten beschränkt, welche von der Baufirma bescheinigt werden müssen.
* Beseitigung von architektonischen Barrieren
* Arbeiten zur Energieeinsparung
* Einschränkung der Lärmbelastung
* Maßnahmen, die darauf abzielen, dem Risiko widerrechtlicher Handlungen Dritter vorzubeugen (Panzertüren, einbruchsicheres Glas).

Wie kommt der Steuerpflichtige in den Genuss der Steuerabsetzung
Um den Steuerabsetzbetrag beanspruchen zu können muss der Steuerpflichtige folgendes berücksichtigen:
* Vor Beginn der Arbeiten sollte sich der Steuerpflichtige über die unterschiedlichen Baumaßnahmen, für die der Steuerabsetzbetrag beansprucht werden kann, genauestens informieren.
* Erst in einem zweiten Schritt wird die Baukonzession / Baugenehmigung beantragt, welche die durchzuführenden Arbeiten genauestens definiert (eventueller Bezug auf die entsprechende Gesetzesbestimmung).
* Der Unternehmerwerkvertrag wird abgeschlossen.
* Die Baubeginnmeldung wird in der Gemeinde bekannt gegeben.
* Von den bauausführenden Unternehmen wird eine Erklärung über die Einhaltung der Vorschriften über die Arbeitssicherheit, den Arbeitsschutz sowie die Entrichtung der Sozialabgaben eingeholt.
* Es wird eine Meldung an das Amt für technischen Arbeitsschutz (mittels Einschreiben mit Rückantwort) gemacht.
* Es folgt die Meldung an das Dienstleistungszentrum von Pescara (mittels Einschreiben ohne Rückantwort).
Diese Meldung muss nach der Baubeginnmeldung in der Gemeinde und spätestens einen Tag vor Arbeitsbeginn gemacht werden!

Beispiel:
Die Baubeginnmeldung an die Gemeinde erfolgt am 01.02.2007. Es wird gemeldet, dass mit den Wiedergewinnungsarbeiten am 20.02.2007 begonnen wird. Spätestens am 19.02.2007 muss die Meldung an das Dienstleistungszentrum von Pescara eingereicht werden. Mit den Arbeiten kann frühestens am 20.02.2007 begonnen werden.
* Um in den Genuss der Steuerabsetzung zu gelangen, ist es notwendig, dass die absetzbaren Kosten mittels Bank- bzw. Postüberweisung bezahlt werden.
Auf der Überweisung müssen der Grund, die Steuernummer des Einzahlenden und die MwSt.-Nummer oder Steuernummer des Empfängers angegeben werden. *Damit der Steuerabsetzbetrag beansprucht werden kann, muss für Leistungen ab dem 5. Juli 2006 auf den Rechnugen jeweils getrennt der Wert der Arbeitsleistungen angeführt werden. Fehlt die getrennte Angabe, geht das Anrecht auf den Steuerabsetzbetrag verloren.
* Überschreiten die Kosten einen Gesamtbetrag von 51.645,68 €, muss der Steuerpflichtige eine vom Architekten oder Geometer unterzeichnete Erklärung mittels einfachen Einschreibebrief an das Dienstleistungszentrum von Pescara schicken.
* Handelt es sich um Arbeiten, die zur Energieeinsparung führen, muss das bauausführende Unternehmen nach eine Bescheinigung ausstellen, welche diese Eingriffe bestätigt.
* Die Rechnungen müssen aufbewahrt und im Falle einer Kontrolle vorgelegt werden!

Es muss darauf geachtet werden, dass der Antragssteller mit dem Rechnungsempfänger und mit der Person, welche die Überweisungen tätigt, übereinstimmt!