Steuerberatung | 07.05.2006

Landwirtschaftliche Tätigkeit aus steuerlicher Sicht

Die landwirtschaftliche Tätigkeit wird vom Gesetzgeber gefördert und genießt eine spezielle Behandlung auf dem steuerlichen Gebiet.

Zu den landwirtschaftlichen Tätigkeiten zählen:
a) die auf die Bewirtschaftung des Bodens gerichtete Tätigkeit
b) die Forstwirtschaft
c) die Viehzucht
d) Kulturen in Glashäusern

Das Einkommen aus diesen landwirtschaftlichen Tätigkeiten wird über die so genannten Katasterwerte abgerechnet. Es handelt sich dabei um pauschale Werte, welche zum einen den Besitz des Bodens (= Besitzertrag) und zum anderen die Bewirtschaftung des Bodens (= Bodenertrag) repräsentieren. Das effektiv erzielte Einkommen muss hingegen nicht versteuert werden.

Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass bestimmte Grenzen nicht überschritten werden, ansonsten kann das Einkommen aus einer landwirtschaftlichen Tätigkeit nicht über die Katasterwerte abgerechnet werden.

Bei der Viehzucht muss unterschieden werden, ob die gezüchteten Tiere in einer bestimmten Liste (Dekret) enthalten sind oder nicht. Sind die Tiere in besagter Liste enthalten, muss geprüft werden, ob zumindest potentiell ein Viertel des Futters aus dem Grundbesitz des Bauers gewonnen werden kann. In diesem Fall ist das Einkommen aus der Viehzucht in den Katasterwerten enthalten.
Deckt der Grundbesitz des Landwirtes nicht zumindest potentiell ein Viertel des Futters ab, so wird das Einkommen pauschal mit speziellen Parametern für die gezüchteten Tiere und die Art des Grundbesitzes ermittelt. Es muss auch ein spezielles Register geführt werden, aus welchem die Zu- und Abgänge der gezüchteten Tiere ersichtlich sind.
Die Zucht von Tieren, die nicht in der Liste enthalten sind, muss über eine kommerzielle Tätigkeit abgewickelt werden, ebenso wie die Tierzucht ohne Grundbesitz.
Die traditionellen Formen der Tierzucht sind alle in besagter Liste enthalten.

Für Kulturen in Glashäusern muss ebenfalls auf eine bestimmte Höchstgrenze acht gegeben werden. Die Fläche des Glashauses, auf der produziert wird, darf maximal zwei Mal so groß sein wie die Bodenfläche, auf der das Glashaus steht, damit für die Einkommenssteuer der Bodenertrag angewendet werden kann. Dabei muss auf die effektiv genutzte Bodenfläche geachtet werden und nicht auf die Fläche, auf der das Glashaus steht.
Das Einkommen aus der darüber liegenden Produktionsfläche wird als Unternehmenseinkommen angesehen. Das Verhältnis zwischen überschüssiger Fläche und Bodenfläche multipliziert mit dem entsprechenden Katasterwert des Glashauses ergibt das zusätzlich zu versteuernde Einkommen.

Beispiel:
Bodenertrag: 3.000 Euro
Gesamtfläche, auf der das Glashaus steht 350 m²
Effektiv genutzte Bodenfläche 300 m²
Fläche, auf welcher effektiv angebaut wird 800 m²

Bis 600 m² (300 m² * 2) ist das Einkommen durch die Bodenerträge abgedeckt. Die Restfläche von 200 m² wird in Verhältnis zur Bodenfläche gestellt.

200 m² / 300 m² * 3.000 Euro = 2.000 Euro

Insgesamt wird ein Bodenertrag von 3.000 Euro und zusätzlich ein kommerzielles Einkommen von 2.000 Euro erklärt.