Steuerberatung | 19.03.2006

Übersicht RW: Erklärung über das Vermögen im Ausland

Ein Steuerpflichtiger mit Vermögen im Ausland muss im Allgemeinen auf zwei Grundprinzipien achten. Zum einen muss er sein gesamtes Welteinkommen in Italien versteuern (die im Ausland bezahlte Steuer kann unter bestimmten Vorraussetzungen der italienischen Steuer angerechnet werden) und zum anderen ist er aufgrund des sogenannten Überwachungsverfahrens dazu verpflichtet, das sich im Ausland befindliche Vermögen der Finanzverwaltung in der Übersicht RW mitzuteilen.

In der Übersicht RW sind die Vermögensstände im Ausland in folgende Kategorien unterteilt zu erklären:
- Vermögenstransfers (Geld, Aktien, Obligationen, Beteiligungen usw.) vom oder ins Ausland, falls dieses im Laufe einer Steuerperiode 12.500 € übersteigen
- Das sich zum Jahresende im Ausland befindliche Vermögen über 12.500 €, welches in Italien steuerpflichtiges Einkommen abwirft
- Vermögenstransfers im Ausland über 12.500 €
Nicht anzugeben sind Serien- und Massenwertpapiere und andere Wertpapiere, deren Verwaltung inländischen Banken, SIM- Gesellschaften und anderen befähigten Finanzvermittlern anvertraut worden ist, sowie Spar- und Kontokorrentguthaben unter der Bedingung, dass die erzeugten Einkommen über genannte Finanzvermittler laufen.

Für Unterlassungen bei der Meldung des Vermögens im Ausland sind hohe Strafen vorgesehen. Diese belaufen sich auf 5 bis 25% des nicht erklärten Vermögens im Ausland und zudem droht die Beschlagnahmung eines Betrages in Höhe des Vermögens.

Immobilien im Ausland
In der Übersicht RW der Steuererklärung sind unter bestimmten Voraussetzungen auch Immobilien im Ausland anzugeben.
Die Gründe und Gebäude im Ausland müssen in Italien zu dem Wert besteuert werden, wie er im Ausland ermittelt wird (z.B. Katasterwert). Für die im Ausland bezahlten Steuern steht ein Steuerkredit zu. Erfolgt für Gründe im Ausland keine Besteuerung, so besteht auch keine entsprechende Verpflichtung in Italien.
Sind Gebäude im Ausland vermietet und müssen dort nicht besteuert werden, so ist in Italien 85% der Miete in der Steuererklärung anzugeben. Wird ein vermietetes Gebäude im Ausland besteuert, so ist der im Ausland besteuerte Betrag auch in Italien der Einkommenssteuer zu unterwerfen und die ausländische Steuer als Steuerkredit anzurechnen. Gebäude im Ausland sind also in Italien nur dann nicht anzugeben, wenn sie im Ausland steuerfrei sind und nicht vermietet sind.
Im Falle der Veräußerung von ausländischen Immobilien ist auf die Spekulationsfrist von 5 Jahren zu achten.

Beispiel Österreich:
Werden Gebäude in Österreich nicht vermietet, sondern selbst genutzt (z.B. für die Sommerfrische), so sind sie in Österreich nicht zu besteuern und damit auch nicht in Italien. In diesem Falle müssen sie auch nicht in der Übersicht RW angegeben werden.
Sind die Gebäude jedoch vermietet, müssen sie in Österreich und in Italien besteuert werden. Bei Vermietung sind sie auch in der Übersicht RW in der Steuererklärung anzuführen.
Landwirtschaftliche Gründe sind in Österreich grundsätzlich zu besteuern. In vielen Fällen (z.B. Almen) fällt allerdings letztendlich keine Steuer an. Dies hängt jedoch von der Größe und dem anzuwendenden Einheitswert ab.
Nur falls in Österreich keine Steuer geschuldet ist, besteht auch in Italien keine Steuerpflicht und die Liegenschaften müssen dann auch nicht in der Übersicht RW ausgewiesen werden.
Werden landwirtschaftliche Liegenschaften in Österreich veräußert, besteht grundsätzlich keine Steuerpflicht. Ausnahmen bilden die Verkäufe innerhalb der Spekulationsfrist von 10 Jahren und die Waldverkäufe, bei denen der Wert des Holzes anzusetzen ist. In Italien ist für die Steuerbefreiung eine Spekulationsfrist von 5 Jahren zu berücksichtigen.

Ausländische Bankkonten
Das Einkommen (Zinsen) aus einem ausländischen Bankkontokorrent muss ebenfalls in der Übersicht RW angeführt werden. Außer der Steuerpflichtige erteilt der ausländischen Bank den Auftrag, die angereiften Zinsen automatisch und sofort (und jedenfalls innerhalb Monatsende) auf ein italienische Bankkontokorrent zu überweisen. Dabei müssen der Bruttobetrag der Zinsen und der im Ausland angewendete Steuersatz angegeben werden, damit die inländische Bank den gesetzlich vorgeschriebenen Steuereinbehalt vornehmen kann.